Die Babysitterin

Sonntag, 4. Mai 2014



ICH
WAR
AUS!
Nur mein Mann und ich, kein Piepsi. Das erste Mal seit vier Monaten. Okay, wir waren schon um neun wieder zu Hause, Rock’n’Roll geht irgendwie anders, aber immerhin gab es Prosecco und Rinderfilet und sogar einen Nachtisch. Tagelang hatte ich diesem Abend entgegengefiebert, bis der Stresspegel schließlich so hoch war, dass ich der Babysitterin fast abgesagt hätte. Dabei habe ich unser Kind nicht etwa einer 13-jährigen Vollpubertierenden überlassen, sondern einer Kinderkrankenschwester im zweiten Lehrjahr. Einer Person, die sich mit Babys auskennt, komplett in sich ruht, ordentlich angezogen und gut organisiert ist. Das sind alles Dinge, die auf mich NICHT zutreffen. Ich glaube, ich habe mir auch weniger Sorgen um meine Tochter als vielmehr um die Babysitterin gemacht. Ich weiß ja, wie die Kleine so sein kann, wenn ihr was nicht passt… Unser Abend verlief dann jedenfalls ungefähr so:

 „Ja, wir hatten eigentlich für 20 Uhr reserviert, aber jetzt ist das Baby schon so früh eingeschlafen, deshalb dachten wir…also hier sind wir.“
„Ich schau nur eben, ob ich Empfang habe.“
„Ne, nichts vorweg. Da ist man ja schon satt, wenn die Hauptspeise kommt.“
„Ich schau nur eben, ob sie schon geschrieben hat.“
„Echt? Nachtisch?“
„Ja, hat geschrieben: ‚Die Kleine schläft friedlich.‘ Nachtisch!“
„Können Sie auch gleich noch die Rechnung mitbringen?“

Jaja, ich weiß. Das muss noch besser werden. Aber ein Anfang ist gemacht. Und irgendwann ist die Amateur-Mutti sicher auch Profi genug, kinderfreie Abende auch richtig zu genießen.

3 Kommentare

  1. Das erste Mal aus ohen Kind oder das erste Mal wo das Kind bei Oma oder Freunden übernachtet, ist ein weites Mal wo man das Handy kaum aus den leicht schwitzigen Händen legen kann.
    Und es ist eben auch eines von vielen Malen los lassen.

    Es wird besser glaub mir.
    Schafft euch ab und an diese kleinen Oasen für ein paar Stunden, es tut gut, hilft Kräfte sammeln und Paar zu sein.

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    1. Also spätestens wenn ich abgestillt habe, gibt es für mich kein Halten mehr;) Im Ernst: Ich muss das noch etwas trainieren. Ich tu mich ja schon schwer, das Kind allein mit dem Vater zu lassen. Ist natürlich auch etwas bedenklich. So mit dem Vater;)

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    2. Alles wird gut (alts Müttermantra) hilft auch in diesem Fall.
      Stück für Stück immer ein bisschen mehr.

      In der Nacht als er bei Oma übrnachtet hat (2 Häuser weiter) war ich mehr wach als schlafend .....

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