Keine Angst vor der Pubertät - Lasst uns eine Band gründen!

Dienstag, 13. Mai 2014



Nach den Dreimonatskoliken habe ich zu meinem Mann gesagt: „Das war unser Stahlbad! Jetzt kann uns nichts mehr schocken. Zähne? Ha, da lachen wir doch!“ Und er sah mich ernst an und sagte nur: „Pubertät.“
Jede Mutti und jeder Vati hat wohl so sein Angstalter, bei meinem Mann ist es die Pubertät. Ehrlich gesagt mache ich mir darum gar keine Sorgen. Meine eigene Pubertät sah nämlich so aus: Ich saß in schwarzen Klamotten in meinem abgedunkelten Zimmer, hörte Nirvana und wollte sterben. Das KANN für meine Eltern nicht sonderlich anstrengend gewesen sein. Nein, wenn ich vor irgendetwas zumindest noch größeren Respekt habe, dann ist es die Trotzzeit. Während ich meinem kleinen wehrlosen Baby nämlich so ziemlich alles verzeihe (Kindchenschema tut sein übriges…), bin ich mir nicht sicher, ob ich mit einem zweijährigen Trotzköpfchen ähnlich geduldig sein werde. Ich bin nicht so gut im Ansagen-machen, schon gar nicht, wenn ein kleines Wesen mit den Fäusten auf den Supermarktboden trommelt und „Ich-will-ich-will-ich-will!“ brüllt. So zumindest stelle ich mir die Trotzphase derzeit vor.
Was mich ebenfalls etwas nachdenklich stimmt: Der Moment, an dem mir bewusst wird, dass ich definitiv nicht mehr jung und cool, sondern peinlich bin und meine Musik staubig ist. Dass dem eigentlich jetzt schon so ist, wurde mir bewusst, als ich zuletzt mit Schülern zusammengearbeitet habe, das Stichwort „Coldplay“ fiel und ich berichtete, dass ich die als Schülerin auch gerne gehört habe. Reaktion: „Waaaas? Soooo  lange gibt’s die schon?“ Na, herzlichen Dank auch. Aber ja, auch mir ist aufgefallen, dass Tocotronic graue Haare bekommen haben. Dennoch spricht mich die Musik von Bands Anfang Zwanzig nicht allzu sehr an. Vor allem die Probleme, die da in den Songs behandelt werden. Was auch ein ganz schönes Gefühl ist. Gibt es eigentlich auch Songs über das Amateur-Mutti-sein? Das Elternsein an sich? Also jenseits von „Father-and-Son“-Kitsch? Über entsprechende Musik-Tipps würde ich mich freuen! Ansonsten sollten wir eine Band gründen. Dazu ist man doch nie zu alt, oder?

11 Kommentare

  1. Hihi,
    Trotzalter ist so was wie Pupertät im Kleinkindalter.
    Was man da verpasst, holt einen dann noch mal ein in der Pupertät. Sagten meine Eltern immer.
    Kann ich noch nicht beurteilen, unser Sohn ist 11 und fängt grad an zu pupertieren, Allerdings hatten wir auch kein Trotzalter, zumindest kein typisches. Muß ja auch nicht zwangsläufig so kommen.
    Es gab Regeln und Grenzen und danach lief's und gut.

    Was die Musik angeht (noch) habe ich den gleichen Geschmack wie der Sohn oder etwa er wie ich???? Natürlich findet er unsere Musik aus den 80ern und 90ern voll alt, aber das was er hört, hör ich auch.
    Erst mal seid ihr mit Traumzauberbaum, Detlef Jöker, Kinderliedern udn Rolf Zuckowski dran, dann kommt die Jugendmusik. ;-)

    alles wird gut.

    Liebe Grüße Anett

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  2. Regeln und Grenzen... das muss ich mir merken;) Bislang gibt es hier weder das eine noch das andere.... aber Piepsi ist ja auch erst 20 Wochen alt.

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  3. Also, ich hab neulich hier:

    http://geborgen-wachsen.de/2014/04/22/trotzen-gibt-es-nicht/

    gelernt, dass es "Trotz" gar nicht gibt. Fand ich irgendwie einleuchtend.
    Bei uns gibt's solche Probleme mit Schreien und Gegen-alles-sein auch (bisher) nur bei Müdigkeit oder wenn er irgendetwas will und ich ihn nicht ablenken kann, weil ich mich mal wieder zu blöd anstelle (gestern).
    Und zur Not: Neben dem, sich auf dem Boden wälzenden, Kind stehenbleiben, und warten, bis es fertig ist. Oder: Sich mit hinschmeißen. Das Verhalten spiegeln soll auch sehr helfen...

    Übrigens: Tolles Blog :)

    LG
    Karo

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  4. Verhalten spiegeln.... das hatte ich in der Anfangsphase mit Piepsi auch öfters überlegt. Mir war da nämlich auch öfters mal zum Schreien oder Heulen zumute....;)

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  5. Ein Lied jenseits des "Father and son"-Kitsch ist "A little soul" von Pulp. Wahrscheinlich auch jemand, der Father and son zu kitschig fand und mal die Wahrheit texten wollte...

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    1. Oh ja, Pulp! "And everybody's telling you look like me but please don't turn into me." Aber ein Bekenntnis zu Kitsch muss ich an dieser Stelle doch machen: Ich liiiiebe "My Boy" von Elvis Presley.

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  6. Wir haben noch ein Lied gefunden, dieses Mal über Mütter, Rabenmütter: ein deutscher Kabarettist namens Pigor singt das Lied "Rabenmutter", ist auch auf Youtube.

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  7. Oh ja, herrlich! Habe es mir gerade angehört: https://www.youtube.com/watch?v=KFSYwcdudHw

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  8. Dein Mann hat recht! Echt jetzt. Babykram ist Pipifax. "The terrible twos"? Nur zum Üben, ab elf wirds echt schrecklich! Ich cruise zwischen Babyversum und Puberversum und in letzterem gibts nicht mal ne geregelte Umlaufbahn! Hoffentlich ist es bald vorüber ;) Wenn Ihr die Band gegründet habt, sagt bescheid, ich mach euch das Groupie!

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    1. Kommentar meines Mannes zu deinem Kommentar: "Wie, Pubertät ist schon ab 11?" Und die viel entscheidendere Frage: Und wann hört sie wieder auf?? Melde mich, wenn wir Groupies brauchen! Yeah.

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    2. Wann die aufhört? Hm...also ich bin mit Mitte dreißig durch gewesen. Glaube ich. Wie lange mein Kronsohn mir damit auf die Nerven gehen wird, weiß ich noch nicht! Ich sage bescheid, ich hab ja deutlich Vorlauf. Yours, Groupie No1

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