Achtung, Achtung: Ich förder früh!

Freitag, 13. Juni 2014



Jawohl, ich fördere jetzt früh! Und ich gebe es zu: Ich mache das nicht für Piepsi. Ich mache das für mich! Denn auch das Leben mit dem anstrengendsten (und niedlichsten!) Baby der Welt kann manchmal etwas öde werden. Ich brauche etwas Struktur im Alltag, also habe ich mich auf die Suche nach Mutti-Kursen begeben und mich in meinem Umfeld umgehört. Eine Freundin hat mir z.B. PEKIP (Prager Eltern-Kind-Programm) so erklärt: "Alle sind nackt und pinkeln überall hin. Hatte ich keinen Bock drauf."
Wie jetzt? Alle sind nackt? "Nein, die Babys! Nur die Babys sind nackt!" Hm. Okay. Hatte ich dann aber auch keinen Bock drauf.
Babyschwimmen! Jawohl, das leuchtete mir ein. Das ist irgendwie gut für die Motorik und aaaaalle Babys stehen da drauf. Oder zumindest alle Mütter. Denn wer einen Platz in einem Kurs ergattern will, der sollte sich so im fünften Schwangerschaftsmonat dafür anmelden. Aber - ha! - auch eine Amateur-Mutti hat einmal Glück. Einfach mal doof angerufen, und da hieß es: "Der Kurs ist komplett ausgebucht, wir stellen daher gerade einen zweiten auf die Beine." Schnell mal vorgemerkt! So, einen Vormittag klargemacht. Und tatsächlich: auch Piepsi findet Wasser ganz in Ordnung. Und ich finde es toll, wie leicht mein Baby auf einmal so im warmen Wasser ist. Allerdings hat sich Babyschwimmen als logistische Meisterleistung entpuppt. Ich erinner mich noch dunkel an meine Seepferdchen-Zeiten. Nach dem Schwimmen ging es mir immer so: Ich war müde und hungrig. Tja, und Babys geht es da nicht anders. So munter also alle im Becken noch sind, so kurznervig sind sie hinterher beim Anziehen. Und bislang war es so, dass Piepsi nach hartem Duschkampf schnullinuckelnd, sauber, halbwegs zufrieden und abfahrbereit im Maxi-Cosi saß, während ich noch klatschnass im Bikini fror. Also hurtig umgezogen und im Juni eine dicke Wollmütze über den Kopf gestülpt - denn für eine längere Föhn-Session hat Piepsi nun wirklich keine Geduld. Hunger!
Gut, den Stress habe ich ja selbst so erwählt, und Babyschwimmen füllt auch gut einen Tag. Aber ich war gierig und suchte weiter im Babykursprogrammheft der hiesigen Stadt. Da Piepsi Musik mag und ich eh den ganzen Tag singe, habe ich uns dann noch für so einen Gedöns-Kurs mit irgendwelchen Fingerspielen und Klimbim angemeldet. Bei einer Musikpädagogin, eine Empfehlung einer Freundin. Ist ganz nett. Was es Piepsi bringen wird, weiß ich noch nicht. Die Muttis singen "Heut ist ein Fest bei den Fröschen am See. Ball und Konzert und ein großes Diner" im Kanon, die Babys gucken uns fragend an. Dann schreiten wir noch mit Baby auf dem Arm zu Musik von Johann Pachelbel durch den Raum. Das ist dann der besinnliche Teil, krasse Mutter-Kind-Bindung, alle Babys werden dabei ganz ruhig und sanft. Alle. Bis auf eins. Piepsi tönt nämlich immer mit und labert in einer Tour. Ob das nun ein Zeichen von besonderer Musikalität und erfolgreicher Frühförderung ist oder ob sie mir nur sagen will: "Mama, das hier ist alles ziemlich albern, dann doch lieber Spielebogen." werde ich sie mal später fragen. Wenn sie reden kann. Bis dahin ist sie meinem Förderprogramm hilflos ausgeliefert.  

3 Kommentare

  1. Ja, Frühförderung ist wichtig! ... vor allem für die Ausgeglichenheit der Eltern!

    Babyschwimmen macht meinem Raubtier auch tierisch Spaß! Zum Glück gibt es in hiesiger Großstadt jede Menge öffentliche Schwimmbäder mit offenen Babyschwimm-Angeboten: hingehen und mitmachen oder eben nicht hingehen, wenn man mal keine Zeit hat - ganz ohne Voranmeldung und Teilnahme"zwang". Das ist sehr entspannt. Und Mama hat ihren Spaß, wenn der Kleine nach dem Schwimmen in frischer Windel und trocknen Sachen direkt an der Brust einschläft (ja Schwimmen macht hungrig und müde!): ich brauch ihn einfach nur noch in seine Babyschale legen und neben dem Schwimmbecken abstellen und kann dann selbst ganz entspannt noch eine Stunde meine Bahnen ziehen...

    PEKiP machen wir auch. Ist auch eine super Sache für die Eltern: Kind kann 90 Minuten nackig vor sich hinstrampeln und dabei fasziniert auf andere Babys starren (durch die Gegend pieseln natürlich inklusive). Während dessen kann Mama sich entspannt mit anderen Müttern unterhalten (hey, da gibts in unserer PEKiP-Gruppe tatsächlich welche, mit denen man sich auch mal über andere Themen als Baby-Kacke unterhlaten kann!). Anschließend ist das kleine Raubtier müde genug, um während der 10 Minuten Heimweg so tief im Kinderwagen einzuschlafen, dass Mama sich anschließend locker zwei Stunden entspannt an den Schreibtisch setzen kann. Frühförderung macht echt Spaß!

    Ganz toll auch: Baby-Sauna! Haben wir letzte Woche zum ersten Mal ausprobiert. Gibts hier auch in einem der städtischen Schwimmbäder als wöchentliches Angebot. Toll für Eltern die saunabegeistert sind und ihre Kinder auch dazu erziehen wollen... ;-) ... Nach zwei Saunagängen ("unter professioneller Anleitung - denn Saunieren will von klein auf gelernt sein!") schlief der kleine Löwe ganz seelig und Mama konnte zwei Aufgüsse genießen und eine halbe Stunde Schwimmen gehen. Tolle Sache!

    Fazit: Wer sein Kind nicht frühfördert, verpasst wirklich was!

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  2. Ich war mit Sohnemann auch in einem Kurs namens "Musikgarten für Babys". Angenehme Atmosphäre, Lieder, die man teilweise noch aus der eigenen Kindheit kannte - nur die Babys waren mehr am Spielzeug des Nachbarn interessiert als am Gesang der Kursleiterin (das Mitbrummeln der Mütter hielt sich in Grenzen). Irgendwann meinte mal jemand: "Solche Veranstaltungen sind doch eher etwas für Mütter, damit sie mal aus dem Haus rauskommen, Ihresgleichen kennenlernen usw.". Wie wahr.

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  3. Da sitz ich hier, Baby schläft in der Trage(Dezembermädchen,Schreibaby,ach fast so wie bei dir,3 Monate, wir haben es nur noch nicht überstanden) zurück zum Thema. Ich habe deinen Blog gefunden und schon etliche Posts gelesen, ich heule vor lachen, muss aufpassen das die Kleine nicht aufwacht.So wahr und mit Humor geschrieben, super.

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