Der Papa

Dienstag, 16. September 2014



Auf dieser Seite schreibe ich ziemlich viel über Piepsi, ziemlich viel über mich, ziemlich viel über Muttis im Allgemeinen. Nur einer bleibt eher Statist: der Papa. Denn das Bloggen, das ist so ein bisschen mein Ding (bis auf die Fotos, die macht er), und ich will ihn nicht im Netz irgendwie bloßstellen und munter übers Familienleben plaudern. Heute mach ich das aber doch einmal. Ohne sein Wissen.
Es ist nämlich so: Ohne den Papa würden Piepsi und ich komplett im Chaos versinken. Gerade in den ersten Wochen nach der Geburt, als ich komplett mit Baby-Schuckeln und Stillen beschäftigt war, hat er so ziemlich alles gemacht. Putzen, einkaufen, kochen, obwohl er das gar nicht richtig kann, Behördenkram, Steuererklärung, Wäsche waschen, Baby beruhigen, mich beruhigen. An dieser Stelle noch einmal Hut ab vor allen Alleinerziehenden.
Als der Papa nach Elternzeit und drangehängtem Urlaub sah, dass das Leben mit Piepsi in der Dreimonatskolikenzeit immer noch kein leichtes war, ist er erst einmal in Teilzeit gegangen, was ihm finanzielle Einbußen brachte und ihn womöglich auch als "schwache Führungskraft" aussehen ließ. Was natürlich kompletter Unsinn ist.
Dieser Blog ist mein Ding. Aber unser Baby - das war natürlich von Anfang an ein Gemeinschaftsprojekt. Wir haben alles zusammen gemacht. Er ging mit mir zur Frauenärztin, zum Geburtsvorbereitungskurs, zum Babyfachmarkt. Wir haben sogar gemeinsam das Kinderzimmer gestrichen, obwohl wir handwerklich Totalausfälle sind. Aber irgendwie haben wir das hingekriegt. Gemeinsam.
Immer wieder höre ich in Mutti-Gesprächen, dass ja manche Paare, bei denen es kriselt, ein Baby machen, um wieder etwas zu haben, das sie zusammenhält. Ein neues Gesprächsthema, ein neuer Halt für eine eingefahrene Beziehung. Bei uns war es eher so, dass wir uns Gedanken darüber gemacht haben, wie ein Baby unsere schöne Beziehung belasten könnte. Tatsächlich haben wir uns früher eigentlich nie gestritten, zicken uns jetzt aber manchmal an. So richtig dummes "Kann-man-hier-nicht-mal-fünf-Minuten"-Gezicke. Aber das ist nicht schlimm. Wir wissen ja, woran das liegt. Schlafmangel, Babyüberforderung, allgemeine Ängste vor eigentlich allem. Dennoch: Wir freuen uns über jeden Tag mit Piepsi. Dem ehemals anstrengendsten, inzwischen nur noch niedlichsten Baby der Welt.
Und immer wieder gibt es dann diese Artikel, die sagen, wie wichtig eine Vaterfigur für ein Kind ist. Ich weiß nicht, ob das stimmt. Immerhin gibt es doch ganzganz großartige Kinder, die nur mit einer Mutter aufwachsen. Oder mit einem Vater. Oder zwei Müttern oder zwei Vätern. Oder Kinder, die gar keine Eltern haben, sondern bei ihren Großeltern oder in einem Heim aufwachsen. Wie sehr Piepsi den Papa braucht, kann ich also nicht sagen. Aber ich. Ich brauche ihn.

3 Kommentare

  1. "Aber ich. Ich brauche ihn." ... schön gesagt ;-)
    Toll, dass Du mitgemacht hast!
    Lieben Gruß, Wiebke

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  2. Schön zu lesen. Ich bin manchmal schockiert, was ich über andere Väter so höre. Ich habe wie Du aber auch großes Glück mit dem Papa; bin mir allerdings auch sicher, daß er - oder der zweite Papa oder die zweite Mama - immer auch eine wichtige Bezugsperson für die Kleinen ist! Unserer hat es zum Beispiel jetzt mit 5 Monaten schon extrem gern, wenn zu dritt sind.

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  3. ich finde es schön von euren gedanken vorm baby zu lesen. tut man selten in der form. und was soll ich sagen, ich fühle mich weniger allein. danke :-)

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