Der erste Urlaub mit Baby: Wie wir es besser gemacht hätten

Sonntag, 5. Oktober 2014



Der erste Urlaub mit Baby ist überstanden. Jetzt bräuchte ich erst mal eine Woche Urlaub, um mich davon zu erholen. Schön war's. Auf jeden Fall. Aber auch anstrengend. Vielleicht hätten wir es etwas leichter haben können, wenn wir ein paar Sachen bedacht hätten.
1.) Nutze die Immobilität eures Babys: Als wir unser Häuschen an der Ostsee buchten, war es April und wir hatten keine Ahnung, was Piepsi im September so alles draufhaben würde.  Und selbst wenn wir es gewusst hätten, hätten wir nicht gewusst, was das bedeutet. Aber künftig werde ich allen Eltern ungebetenerweise den Ratschlag geben, mit dem Baby zu verreisen, wenn es noch nicht krabbeln und stehen kann. Wir sind in diesen paar Tagen ständig unserer Kleinen hinterhergeflitzt, um sie davon abzuhalten, etwas zu zerdeppern oder sich zu verletzen. "Nein, Piepsi, nicht die Vase." "Nein, Piepsi, das kann kippen." "Nein, Piepsi, nicht das Kabel." "Nein, Piepsi, nicht den Stein essen", und immer wieder: "Nein, Piepsi, nicht die Steckdose". Müüühsam. Also: Am besten wegfahren, wenn Baby noch die stabile Rückenlage bevorzugt.
2.) Wir hätten länger bleiben sollen: Gerade als Piepsi sich ans Reisebett und die neue Umgebung gewöhnt hatte, gerade als wir verstanden hatten, welche Möbel unsere Steh-Maus tatsächlich halten, gerade als wir auch die letzten wirklich gefährlichen Gegenstände (Kerzenhalter, Deko-Gedöns) in der Abstellkammer verstaut hatten, gerade als wir Waschmaschine und Trockner verstanden hatten - tja, gerade da ging es wieder nach Hause. Ein paar Tage mehr hätten es dann, am Punkt der lang ersehnten Entspannung, gerne sein dürfen.
3.) Wir hätten inkonsequent sein sollen: Hier daheim haben wir einen klaren Rhythmus und feste Schlafens- und Essenszeiten. Das soll Piepsi Halt geben, ihr beim Schlafen helfen, und ich glaube wirklich, dass es das auch tut. Im Urlaub hingegen - nicht. Da ist alles so neu und aufregend, da kann man von einem Baby einfach nicht erwarten, dass es da schläft, wenn es schlafen sollte. Haben wir schließlich auch nicht mehr. Und uns dafür lieber zu dritt einen Sonnenuntergang am Strand angesehen. Die unruhige Nacht war's wert.
Was allerdings goldrichtig war: die Ostsee als Urlaubziel und ein Ferienhäuschen als Rückzugsort. Bei uns beginnt der Tag eben um 5 Uhr morgens, welches Hotel, so familienfreundlich es auch sein mag, kann einem um diese Uhrzeit schon ein Frühstückchen bieten? So hatten wir keine Zimmernachbarn, die sich über nächtliche Babyturnstunden ärgerten, dafür eine Waschmaschine für kleinere und größere Unfälle - und die absolute Unabhängigkeit. Schließlich noch den Strand direkt vor der Haustür. Ein wunderbares Gefühl, das sich einem da warm ums Herz legt, wenn man sein Baby das erste Mal im Sand wühlen sieht. Auch wenn ich immer wieder sagen musste: "Piepsi, nicht den Sand da essen."

2 Kommentare

  1. Manchmal ist es entspannter, wenn man Kinder einfach mal machen lässt. Unsere kleine hat in dem Alter alles endecken dürfen ob es nun Sand essen oder Steine anlutschen war. Dadurch hatten wir auch weniger Stess und mehr Entspannung. Klar bei Stromkabeln und Steckdosen muss man vorsichtig sein. Ich denke aber, dass ein ständiges "Nein" Kinder in ihrer Entwicklungs und Endeckungphase hindert und eher Unsicherheit und Ängste auslöst.

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  2. Man denkt oft nach dem Urlaub mit den Kindern, dass man sich ja gar nicht richtig erholt hat, dass man es hätte anders, besser machen können.... Vergiss es. Und ein paar Wochen später denkt man an all die schönen Momente, die man miteinander hatte.
    Du hättest es nicht besser machen können!

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