Egg Freezing: Perversion aus dem Silicon Valley

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Ich weiß, ich bin etwas spät dran. Aber nun muss ich doch noch etwas zum Thema "Egg Freezing" loswerden. Während auf der einen Seite das Angebot von Firmen wie Facebook oder Apple als ein Schritt in Richtung einer "wirklichen Gleichstellung" bejubelt wird, läuft es mir bei der Vorstellung, dass Frauen Eizellen einfrieren lassen, um zuerst Karriere, dann Kinder zu machen, kalt den Rücken hinunter. Ist es nicht schlimm genug, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern nahelegen, wie sie sich zu ernähren haben, wie viel Sport sie treiben und wie sie sich anziehen sollten? Mischen sich die Arbeitgeber nun auch noch in die Familienplanung ein? Überhaupt scheint mir das Argument aus dem Silicon Valley, man möge durch das Egg Freezing Frauen beides ermöglichen - Kinder und Karriere - fadenscheinig zu sein. Mal ehrlich: Wer will denn noch, nachdem er es durch harte Arbeit endlich zu einer höheren Position geschafft hat, mit Mitte 40 alles hinschmeißen und dann noch eine Familie gründen? Nein, wer erst einmal einen Chefposten innehat, der gibt ihn nur ungern wieder auf. Und am Ende steht es um die Eier wie um Moral und Ethik der Tech-Firmen: Sie bleiben eiskalt.
Statt Familienfreundlichkeit üben die Arbeitgeber sozialen Druck auf die Frauen aus: Bleibt bei uns, haut rein, Kinder könnt ihr später noch machen, wir kriegen das hin. Und wer dann doch mit Mitte 20 oder 30 ein Kind bekommt, der muss sich womöglich dafür rechtfertigen?
Für Frauen, denen durch medizinische Behandlungen wie zum Beispiel einer Chemotherapie die Unfruchtbarkeit droht, ist das "Egg Freezing" eine wunderbare Möglichkeit, ihren Kinderwunsch doch noch zu erfüllen. Aber was, wenn die Methode zur Regel wird? Wenn künftig Frauen dazu angehalten werden, erst mit Mitte 40 oder 50 Kinder auf die Welt zu bringen? Dann werden viele Enkel wohl keine Großeltern mehr kennenlernen. Denn die natürliche Lebenserwartung eines Menschen ist begrenzt. Noch. Aber wer weiß? Vielleicht arbeitet man im Silicon Valley auch hier schon an einer Lösung.

5 Kommentare

  1. Uärks. Stimme völlig mit Dir überein!

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  2. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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    1. Oh, das sieht jetzt so aus, als hätte ich einen bösen Kommentar gelöscht. Dem ist aber nicht so - der "Uärks"-Kommentar war nur einfach doppelt;)

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  3. Bin vollkommen deiner Meinung.
    Für mich stellt sich hier vor allem die ethische Frage: Wie weit darf der Mensch in solche biologischen Prozesse eingreifen? Dürfen wir wirklich Gott spielen und so mit Leben umgehen? Wie weit sind wir da noch von Designerbabys und dem perfekt geschaffenen Menschen entfernt?
    Ich bin absolut dafür, dass auch Frauen Karriere machen können und Spitzenposition erreichen können - auch mit Familie. Nur sollten die Lösungsansätze ganz eindeutig in eine andere Richtung gehen!

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  4. Es schaudert mich....
    Ganz ehrlich? Das geht definitiv zu weit und die Frauen wissen überhaupt nicht, was sie sich damit eigentlich selbst antuen. Mal abgesehen davon, dass ich es absurd finde, den Kinderwunsch für die Karriere aufzuschieben. Und was für ein Irrglaube: Es ist erwiesen, dass die künstliche Befruchtung (egal ob bei Eizellentransfer oder klassischer In-Vitro, ICSI o. ä.) mit zunehmendem Alter deutlich niedrigere Erfolgsquoten aufweisen. Den Frauen wird doch so vermittelt, dass es mit der modernen Medizin ein Kinderspiel sei, schwanger zu werden.
    Ich habe leider keine andere Wahl und muss den Weg der künstlichen Befruchtung gehen und kann überhaupt nicht nachvollziehen, wie man diesen Weg freiwillig gegen kann. Ich bin mir sicher, einige dieser Frauen, werden das sehr bereuen!

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