Mein Baby treibt mich in den Wahnsinn

Sonntag, 19. Oktober 2014

Zu früh. Viel zu früh.
Mein Baby treibt mich in den Wahnsinn.
Der Tag beginnt drei Stunden vor Sonnenaufgang mit einem Nahkampf auf dem Wickeltisch. Eine Minute still auf dem Rücken zu liegen, ist aber auch eine Zumutung. Frühstück, während NDR Info noch die Nightlounge spielt. Es ist zu früh für Nachrichten und Weltgeschehen. Eine halbe Scheibe Brot, dünn mit Butter beschmiert und in kleine Reiterchen geschnitten. Baby nimmt sich den Teller, betrachtet ihn interessiert, kippt ihn komplett aus. Also noch einmal von vorn. Sonnenaufgang, Bewegung kommt in den Tag, aber Baby bemerkt, dass es eigentlich noch gar nicht ausgeschlafen ist. Also zurück ins Bett, Händchen halt, Gemecker. Dann schläft es. Und ich? Ich könnte ja auch noch ein bisschen... so steht es doch in sämtlichen Ratgebern: "Schlafen Sie, wenn Ihr Kind schläft." Also hingelegt, noch zu viele Gedanken im Kopf, aber dann, so nach 20, 30 Minuten, so laaaangsam...zzzzzz.... doch plötzlich ein Gejaule, ich stehe senkrecht im Bett, Baby schläft schlecht, heult auf, ich hechte zu ihm, Schnulli rein, Gefahr abgewandt. Und während Baby weiterschlummert, bin ich nun wach und räume die Küche auf. Es folgen: Wickelnahkampf, Breigesaue, Mittagsschlafgemotze und wieder stundenlanges Händchenhalten. Schnell in den Supermarkt, in den Getränkemarkt, zumindest das findet Baby interessant, aber kaum daheim, räume ich die Einkäufe ein und Baby räumt aus. Meinen CD-Schrank, meinen Bücherschrank, meinen Kleiderschrank. Dann die Stunde der Verbote, "nicht die Kabel", "nicht die Steckdose", "nicht der Backofen." Dann wieder Brei, den ich anschließend vom Tisch, vom Stuhl, vom Boden, vom Baby wische. Ich weiß, was gleich folgen wird. Händchenhalten, Zubettgehgemotze, dann eine Nacht wie ein Schweizer Käse mit kleineren und größeren Löchern. Ich lege mich auf den Teppich, blicke aus dem Fenster, ich habe keine Lust. Und Baby? Kommt zu mir gekrabbelt. Krabbelt auf mich drauf. Legt das Köpfchen in diese Kuhle zwischen Schlüsselbein und Hals. Riecht gut. Vergräbt die Nase in meiner Haut. Verdammtes manipulatives Monster. Mein Gott, was hab ich dich lieb.

10 Kommentare

  1. Das ist gaaaanz normal! Auch wenn es nach Wahnsinn klingt. So sind manche Tage mit den Kindern ;) http://mamaleoni.blogspot.de/

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  2. Oh ja, diese Tage kenne ich zu gut. Und manchmal ziehen sie sich wie Kaugummi, besonders dann, wenn Baby richtig früh wach ist. Dann hilft nur: nichts wie raus, in der Wohnung hauen sich Mama und Kind sonst die Köpfe ein! Halt die Ohren steif, wenn dein Piepsi spricht, wirds leichter!
    Alles Liebe

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  3. Jetzt muss ich auch mal einen Kommentar dalassen... habe Dein Blog über diverse Umwege (Facebook > Nestling > Brigitte Mom... oder so ähnlich ;-)) entdeckt und gleich ein Gutteil der Posts verschlungen, statt zu arbeiten *hust*.
    Ich liebe Deine Art zu schreiben, und ich finde es gut, mal die ganze ungeschminkte Wahrheit zu lesen. Habe mich in vielem selbst wiedergefunden, und ja, auch mich nervt mein Kleiner oft genug... bis er dann wieder ankommt und mich soooo süß anguckt und in meine Arme will. Manipulation pur! ;-)
    Trotz solcher Tage weiterhin viel Freude mit Deiner Piepsi! Und ich freue mich schon auf neue Posts...
    Liebe Grüße!

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  4. Danke für den lieben Kommentar! Mit Piepsi haben wir viel Spaß! Wobei ich mir gerade Sorgen mache, ob sie nach der Zeitumstellung künftig um 4 wach sein wird...

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  5. Ja, ja, ja,---! So sieht er aus, der Alltag einer Mutter!! Und es wird nicht, never ever, besser ...! Schlaf kennen wir nicht, als Putzfrau bekämen wir Gefahrenzulage und und und!!
    Also man muss diese kleinen Monster, Zicken, ewig fordernden und kreischenden Wesen wirklich, wirklich lieben, um diesen Horror durchzuhalten! ;-) Irgendwie haben sie uns verzaubert und wir haben noch kein Gegenmittel.
    Ich mag deinen Post, alle Widrigkeiten mit "beissendem" Humor zu nehmen und das Leben nicht zu ernst und verherrlichend zu sehen.
    Trotzdem, geniesse die Zeit, die furchtbare Pubertät kommt immer näher an dich heran und dann hilft oft auch kein Humor mehr!! ;-)

    Liebe Grüße
    von der pubertätsgeschädigte und der Babyzeit hinterherjammernde
    Claudia

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  6. hihi! ja, das kenne ich auch ;) Oh man, das Leben mit Kindern ist schon verrückt!

    Liebste Grüße,
    Hanna

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  7. Das ist ein wunderschöner Text! Vielen Dank dafür!

    Uta

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  8. Du bringst es auf den Punkt. Zwar habe ich mit der Motte das große Glück, dass sie durchschläft und auch abends fix einschläft, aber das Kuddelmuddel dazwischen kenne ich :-)
    Es tut gut, dass so von dir zu lesen!
    Viele Grüße,
    Carina

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  9. Super Post :)

    Bin schon gespannt wie aktiv unser kleiner Sohnemann sein wird...
    Ab Jänner wissen wir es :)

    Alles Liebe
    Verena

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  10. Oh weiha...jetzt sitzt die Mama hier und heult rotz und Wasser!
    Unser kleiner krabbelt noch nicht aber das zufriedene Baby grinsen was er einem zeigt, wenn er nach mehreren Stunden 'ich kann nicht schlafen kampf' endlich auf Mamas Brustkrebs einschlafen ist, weckt genau die gleichen Gefühle!
    Verdammt ja es ist anstrengend, manchmal bis weit über die eigenen Grenzen hinaus und trotzdem haben wir Mütter irgendwoher diese unfassbare Kraft es durch zu stehen. Um genau diese kleinen magischen Momente dann noch mehr genießen zu können

    Danke für dieSen Eintrag
    LG die goldspatz-mama

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