Mutter Rabe und der Boden der Tatsachen

Donnerstag, 2. Oktober 2014



"Grüß dich, Mutter Rabe."

"Oh, Boden der Tatsachen. Bist du's?"

"So sieht's aus. Ich habe dich früher erwartet. Was hat dich so lange aufgehalten?"

"Ach, weißt du. Ich hab so irre viel gelesen. Über den demographischen Wandel und Kinderfreundlichkeit und Familienpolitik und die Bedeutung von Kindern für die Gesellschaft und so. Vereinbarkeit von Kind und Karriere, den ganzen Kram eben."

"So."

"Ja, aber Karriere hatte ich doch gar nie wirklich vor. Klar, so ein bisschen im Hinterkopf, immer gehofft und so. Aber andere sind da halt einfach besser, vielleicht etwas zielstrebiger, nicht so vergrübelt. Aber zumindest berufstätig, das sollte doch sein, und dann hab ich irre viel über Krippenbetreuung nachgedacht und dann gemerkt, dass die Betreuungszeiten ja gar nicht zu meinen Arbeitszeiten passen."

"So. Und nun?"

"Tja. Nun bin ich bei dir angekommen. Hast du vielleicht einen Tipp für mich, was ich da machen kann?"

"Einen Tipp? Tut mir leid. Ich bin der Boden der Tatsachen. Ich gebe keine Tipps. Ich bin einfach. Aber lass dir gesagt sein, Mutter Rabe: Du bist nur ein kleiner Vogel. Ich habe schon ganz andere Piepmätze von viel höheren Ästen zu mir herabsegeln sehen."

"Aha. Und was mach ich nun, hier unten bei dir?"

"Das kann ich dir auch nicht sagen. Aber leg dich doch einfach mal einen Moment lang mal auf den Rücken, blick nach oben und atme einmal tief durch. Ich habe gehört, dass das für manche etwas sehr Befreiendes haben soll."

2 Kommentare

  1. Huhu,
    ich bin auf deinen Blog gestoßen und habe dich für den Liebster Award nominiert. Vielleicht magst du ja mit machen?

    http://zwei-plus-eins.blogspot.de/2014/10/liebster-award-was-ist-das.html#more

    Ganz liebe Grüße
    Sabrina

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    1. Hallo Sabrina!
      Das ist ganz lieb von dir, aber ich wurde schon mehrfach nominiert:)

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