Ein Jahr Piepsi! Das Ende der Babyzeit - eine kleine Bilanz

Mittwoch, 17. Dezember 2014



Es ist soweit: Meine Tochter wird ein Jahr alt. Damit endet ganz offiziell die Babyzeit und es beginnt das Kleinkindzeitalter. Mit dem Trotz und der Entdeckung des eigenen Willens macht sich Piepsi jetzt schon mal vertraut... Mit der Babyzeit endet auch meine Elternzeit, nach ein paar Resturlaubstagen starte ich im Januar wieder mit meiner Arbeit.
Wenn ich auf das vergangene Jahr zurückschaue, habe ich gemischte Gefühle. Ich werde etwas traurig, wenn ich an die ersten harten Tage und Wochen mit Piepsi denke und daran, wie anders ich mir doch den Start ins Familienleben vorgestellt hatte. Und dann sehe ich meinen Zwerg, der hier durch die Wohnung tapst, die Strumpfhose im Klo versenkt, die Wäscheklammern in die Waschmaschine stopft und die Klopapierrolle einmal komplett entwickelt, und denke mir: Jungejunge, wir haben es schon weit gebracht. Ein paar Dinge werde ich vermissen. Und bei anderen bin ich froh, dass sie vorbei sind.
Was ich vermissen werde:
  • Ich bin noch nie so viel spazieren gegangen wie im vergangenen Jahr. Es gibt nichts Schöneres, als das eigene friedlich schlummernde Baby vor sich herzuschieben. Ich muss mit einem ziemlich dusselig-entrückten Gesichtsausdruck die Kleine durchs Viertel geschoben haben. Auch heute gehe ich noch gerne mit meiner Tochter spazieren. Nur Schlafen ist dann nicht mehr unbedingt angesagt. Dafür meckert sie gerne mal. Weil sie Bewegungsdrang hat, weil sie es langweilig findet, weil... ach keine Ahnung, warum. Ist ja nicht so, als ob ich meine Tochter verstehen würde.
  • Mit Piepsi in den Tag hineinzuleben. Künftig muss alles genau geplant und getimt werden. Arbeit, Krippe, Arzttermine - alle Zahnrädchen müssen ineinandergreifen, damit unser Familienleben funktioniert. Bislang war es so, dass ich meine Tochter einfach schlafen gelegt habe, wenn sie müde war. Wenn es ihr nicht gut ging, habe ich kurz in der Krippe angerufen und bin mit ihr zum Arzt gegangen. Und wenn wir zu Hause waren, haben wir miteinander gespielt. Ich konnte mich einfach komplett nach ihr richten. Das wird künftig nicht mehr möglich sein. Es wird für mich schwer werden, mich morgens aus der Wohnung zu schleichen und ihr keinen Guten-Morgen-Kuss geben zu können. Aber auch daran werde ich mich gewöhnen müssen.
  • Die Muttis! Ja, aus unserer verrückten Rückbildungsgruppe hat sich tatsächlich ein Krabbelgrüppchen herauskristallisiert, das sich einmal im Monat zur Frustbewältigung trifft. Die einen sind schon wieder schwanger (Hilfe!), die anderen haben noch länger Elternzeit. Wir sind nur zwei Muttis, die nach einem Jahr wieder ins Berufsleben einsteigen - und zu den monatlichen Vormittagstreffen wohl künftig nicht mehr kommen werden. Dafür dann halt mal abends. Mit Bier und ohne Kind.
Was ich NICHT vermissen werde:
  • Natürlich das Geschrei der ersten Wochen. Wenn ich daran zurückdenke, wird mir immer noch ganz anders. Und jetzt habe ich so eine Grinsebacke zu Hause, unglaublich. Wobei - Piepsi kann auch anders. Wenn sensibel auf temperamentvoll trifft, geht es nunmal hoch her. Wir sprechen uns in der Trotzphase....
  • Das Stillen. Ja, ich weiß, es ist wichtig, und ich habe es auch sechs Monate lang durchgezogen. Ich kann auch nicht meckern - Stillen hat von Anfang an gut funktioniert und war vor allem nachts praktisch. Allerdings hatte Piepsi auch alle zwei Stunden Durst, wodurch ich immer nur sehr kleine Zeitfenster für Besorgungen und Verabredungen hatte, zum anderen konnte ich mich einfach nie so recht an das Stillen in der Öffentlichkeit gewöhnen. Und schließlich hat es mich körperlich etwas fertig gemacht, Piepsi hat mich förmlich ausgesaugt. Aber gut - wir haben es ganz nach Lehrplan durchgezogen und sind dann auf Beikost umgestiegen. Die freudig löffelnd angenommen wurde. Jetzt bin ich froh, mich nicht mehr regelmäßig in Cafés entblößen zu müssen und wieder normale Shirts und BHs tragen zu können.
  • Den ganzen Tag Bababubu. Ja, ich weiß: Ich habe gerade erst geschrieben, wie schön es ist, so flexibel mit Piepsi zu sein und so viel Zeit zu haben. Aber gleichzeitig freu ich mich auch darauf, wieder mehr unter Erwachsene zu kommen und wieder ins Büro zu gehen und mich über anderes als Kinderkacke zu unterhalten.
Tja, und nun? War das ein besonders schönes oder ein besonders schlimmes Jahr? Irgendwie... beides! Es war auf jeden Fall ein besonders lebendiges Jahr. Früher war das doch schon mal so. Da meinte man, irre viel irre intensiv erlebt zu haben. Und stellte im Nachhinein fest: Mensch, das war ja nur ein Sommer! Aber irgendwann ging es dann los mit dem Berufsleben und rein in die Mühle. Und dann waren da der graue Jahresbeginn, Fasching, Ostern, Sommerreifen, Schimpfen auf die Hitze, das überfüllte Freibad, Schimpfen auf Schokonikoläuse im September, Winterreifen, grauer November, Weihnachten und "Was machst du an Silvester?". Und schwuppdiwupp vergehen die Jahre, eins wie das andere. Aber an das vergangene Jahr werde ich mich immer erinnern. An jeden verdammten Monat. Herzlichen Glückwunsch, meine Kleine! Ich bin froh, dass es dich gibt!

2 Kommentare

  1. Das hast du wunderschön geschrieben. Sehr ehrlich, sehr gefühlvoll und soooo wahr :) Der Start ins Berufsleben ist stressig, aber ich bin sehr froh, wieder zu arbeiten und Lilli scheint mir sehr froh zu sein, für ein paar Stunden in die Krippe zu gehen. Rückblickend war es genau richtig wieder anzufangen zu arbeiten.
    http://mamaleoni.blogspot.de/

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  2. Heyhey, habe deinen Blog entdeckt, als ich meinen eigenen ebenfalls bei top-elternblogs eingetragen habe :) Finde es toll, wie erfrischend ehrlich und direkt du hier zurückblickst :) Wünsche dir auch für das neue Jahr alles Gute: Viele tolle Momente und viel Kraft für die Herausforderungen, die das Leben so mit sich bringt!

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