Ich beneide mein Baby

Sonntag, 7. Dezember 2014

Seit ich ein Baby habe, passiert es mir immer wieder, dass ich mein eigenes Kind um sein Leben beneide. Immer wieder denke ich: "Mann, hat die's gut." Wenn wir spazieren gehen, die Kleine warm eingemümmelt im Kinderwagen liegt, durch den Wald geschoben wird, bis irgendwann die Augen zufallen, denke ich: "Wie gemütlich." Wie herrlich, eine Existenz, die sich ums Schlafen, Essen und Spielen dreht! Wie gerne würde ich mich in meine eigene Babyzeit zurückbeamen, um das noch einmal erleben zu dürfen. Nur leiderleider scheint ein Baby diese Zeit ganz anders zu empfinden. Für Piepsi muss sich das etwa so anfühlen:
"Waaaaaaaaaaaaas soll ich? Schlafen? Ich glaube, bei euch piept's! Ich muss doch laufenlaufenlaufen lernen! Besser werden und schneller! Und hüpfen kann ich auch noch nicht! Und sprechen auch nicht! Ist mir egal, dass es zwei Uhr nachts ist, ich muss sprechen lernen. Also los: dadadadadada! Und in den Kinderwagen soll ich? Laaaaaaangweilig! Den Wald kenn ich doch schon! Und ich muss doch laufenlaufenlaufen lernen! Und hab ich das mit dem Sprechen schon erwähnt? Dadadadadada!"
Was für ein Jammer. Hat das beste aller Leben und weiß es nicht einmal. Aber wer weiß? Vielleicht schaffe ich es ja tatsächlich, so etwas wie alt zu werden. Dann werde ich an diese Zeit hier zurückdenken und mir ebenfalls sagen: Mensch, was hattest du es doch gut. Also: genießen! Das Hier und Jetzt. Auch wenn Baby nachts um zwei eine Party schmeißt. Dadadadadada!

1 Kommentar

  1. Hach ja, so geht's mir auch oft... der Kleine hat es doch soooo gut und weiß es einfach nicht zu schätzen!! Er, der ewig-aktive Früh-Läufer und Schlecht-Schläfer will auch immer noch mehr können und mehr machen und übt auch fleißig. Zum Glück werden die Partys um 2 Uhr nachts mit zunehmendem Alter seltener ;-). Aber genießen ist immer ein guter Vorsatz... danke für's Dran-Erinnern! :-)

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