"Mommy Wars": Der Krieg der Muttis

Samstag, 7. Februar 2015

Wenn ich einmal durch andere Blogs stöbere, stolper ich immer wieder über einen Begriff: den "Mommy War". Gemeint sind Mütter, die sich gegenseitig nerven und belehren, die es besser wissen und Vorwürfe machen. Der Krieg der Muttis. Liebste Streitthemen: Stillen, Impfen, Gläschen oder Selberkochen, Kinderbetreuungsmodelle, Familienbett und Schlafgewohnheiten im Allgemeinen. Wenn ich mich so umsehe, muss ich aber sagen: Ich scheine Glück zu haben. Mir ist noch keine Mutti wirklich doof gekommen. Was vielleicht daran liegt, dass auch in meinem Freundeskreis die Muttis sprießen, wir jedoch alle nicht jahrelang auf diese Rolle hingearbeitet haben, so dass wir sie jetzt mit großem Erstaunen und - ja - manchmal auch mit etwas Amüsement annehmen.
Kürzlich habe ich mich mit zwei Freundinnen aus Studentenzeiten getroffen. Normalerweise enden diese Treffen mit fiesen Kopfschmerzen. Diesmal packten wir alle unsere Babys in den Kinderwagen und schoben sie durch den Park. Ein Bild, über das wir uns selbst halb totlachten. Fazit: "Irgendwas ist hier mächtig schief gelaufen." Pre Combiotik statt Gin Tonic.
Dass ich in keine "Mommy Wars" verwickelt bin, hängt vielleicht auch damit zusammen, dass sich mein Freundeskreis seit Piepsis Geburt nicht wesentlich verändert hat und ich nicht nur mit Muttis rumhänge. Oder, um einmal eine Freundin zu zitieren: "Ich kann nicht den ganzen Tag über Kacke reden."
Dass es diese "Mommy Wars" (oder sollten wir die Väter vielleicht auch einbeziehen..?) durchaus gibt, glaube ich aber schon. Warum eigentlich? Doch bestimmt nicht aus purer Boshaftigkeit. Manche meinen es sicherlich nur gut.. Aber das Gegenteil von gut ist nun mal gut gemeint. Vielleicht steckt auch Unsicherheit hinter diesen vielen ungebetenen Ratschlägen. Die Hoffnung auf  Bestätigung, dass man als Mutti auch alles gut und richtig macht, "nur das Beste fürs Kind" eben. Vielleicht beruhen "Mommy Wars" aber auch einfach nur auf fehlendem Taktgefühl. Da erzählt Mutti A der Mutti B so eindrücklich von ihren Überzeugungen ("Kinder haben es einfach nirgends so gut wie daheim, daher bleibe ich die ersten drei Jahre auch daheim."), dass Mutti B gar nicht anders kann, als dies als Angriff zu deuten, da sie es vielleicht anders handhabt, ergo ihrem Kind wohl nicht das Beste bietet. Also bitte: Immer schön reflektiert bleiben.
Ich denke, ich habe eigentlich gar keine wirklichen Überzeugungen, die ich einer Mutti aufs Auge drücken kann. Denn nach wie vor spiele ich in der Amateurmutti-Liga. Letztlich habe ich einiges anders gemacht als geplant. Und gehe einfach den Weg des geringsten Widerstands. Klar wäre es cool, wenn meine Tochter von alleine einschliefe. Aber irgendwelche Schlaftrainings durchführen, die womöglich zu viel Geschrei und Tränen führen? Nö. Da halte ich lieber abends Händchen und lese nebenher die Abendausgabe meiner Zeitung auf dem Tablet. Piepsi räumt alle Bücherschränke aus? Ja. Sicher wäre es toll, mein 13 Monate altes Kind mit viel Konsequenz dazu anzuhalten, die Bücher stehen zu lassen. Andererseits ist es doch viel bequemer, die Bücher einfach umzustellen, bis die Ausräumphase ausgestanden ist. Na, hab ich's erziehungstechnisch also schon völlig verkackt? Dann, liebe Muttis - erklärt mir den Krieg.

3 Kommentare

  1. Gut geschrieben!
    Ich selber gibt zwar auch hier und da gern mal Tipps oder Frage auch viel nach, aber nur bei leiten die mich kennen und wissen wie ich was meine.
    Ich bin nämlich auch der Meinung, dass jeder selber wissen muß was es mit seinen Kind macht. Nur wenn Kinder an gebrüllt oder geschlagen werden, da ist bei mir kein halt!
    Ich selber wurde nur einmal belehrt, und zwar alsmein sSohn schon recht früh sitzen konnte und die Kinderärztin ihr okay für ein baggy gegeben hat. Eine andere Mutter fand mein verhalten unmöglich, ihr Kind lag bis zum 1 Lebensjahr im wagen. o.O
    Ansonsten beobachte ich nur solche Situationen,wo ich aber auch gern zu sage "die eEltern wissen das oder machen das schon".
    Jeder will nur das beste für sein Kind und das alleine zählt!

    LG Nicky

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  2. Bingo!!! Genau richtig machen Sie es nach meinem Empfinden!!! So von zweifacher Amateurmutter zu Amateuermutter.

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  3. Super Artikel! Und als erprobte dreifach Mama sage ich aufgestiegen ohne Probleme in die Profi Liga. 😂 Nein alles richtig gemacht.
    Liebe Grüße Desiree

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