Meckermutti

Freitag, 24. April 2015

So viel ist über #regrettinmotherhood geschrieben worden, dass ich zurückbleibe mit der Frage: Ja, wer zum Himmel bereut das denn nicht? Also zumindest manchmal, öfters, immer wieder? Welche Mutti, welcher Papi wünscht sich nicht eine Stopp-Taste, eine Pause-Funktion in diesem Familienirrsinn, wer sehnt sich nie nach seinem alten Leben zurück?
Ja, ich weiß - in der Studie ging es darum, die Mutterschaft rückgängig machen zu wollen, wenn es denn möglich wäre. Sie also nicht einfach als lästig zu empfinden, sondern tatsächlich zu bereuen. Dennoch: Eine Freundin von mir meinte kürzlich, dass sie genervt sei von diesen Muttis, die sich ständig darüber beklagen, wie anstrengend ihr Leben mit Kind doch sei. Und dass sie eigentlich auch nur solche kenne: Die, die jammern, die meckern, die darüber schimpfen, kaum noch auszugehen, zu wenig Zeit für Freunde und den Partner zu haben und sich nichts lieber wünschen als ein Wochenende alleine auf einer einsamen Insel zu verbringen. Und die schlimmste aller Meckermuttis bin natürlich: ich.
Tatsächlich hat sie Recht: Ich bin zwar umgeben von Profimuttis, die mit in Koalabärchenform ausgestochenen Käsevollkornbroten, sternförmigen Salatgurken und zwei Garnituren Wechselklamotten auf dem Spielplatz auftrumpfen, während ich schon froh bin, an eine Ersatzwindel gedacht zu haben. Aber selbst von den Profis höre ich immer mal wieder (dahin gesagt mit einem müden Lächeln): "Ja, es ist schon anstrengend. Eine Auszeit wäre schön."
Wo sind sie, die Muttis, die laut schreien: Jawohl, es ist geil, ein Kind zu haben, ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, ich schieb gleich ein zweites hinterher?!
Ich kenne da jemanden, eine andere Freundin, die zumindest ansatzweise so tickt. Die zwar auch mal meckert (herrje, das muss aber auch mal sein!), die aber sagt: "Ich finde meine Elternzeit großartig." Tatsächlich scheint es sich als moderne und emanzipierte Frau aber irgendwie nicht zu gehören, das so zu empfinden. Als sie sich mit einer höhergestellten Kollegin unterhielt, meinte die nämlich: "Du bist sicher auch froh, bald wieder im Job zu sein?" Nö. Ist sie nicht. Sie findet es wunderbar, so viel Zeit mit ihrem Kind verbringen zu können. Und eigentlich ist das doch auch ziemlich schön.
Daher einmal in aller Deutlichkeit: Ja, das Muttileben geht mir teilweise ziemlich auf die Nerven. Aber ob ich es bereue, Piepsi bekommen zu haben und meine Mutterschaft rückgängig machen will? Ich glaub, es hackt!

3 Kommentare

  1. Ja!Ganz genau. Wobei es bei mir eine Gruppe von Gurken-in-Form-Vollkorn-Mamas ist,die mir das Muttersein oft vermiest.
    Wer jetzt denkt:Ach geh denen aus dem Weg, der/die kennt diese Personen nicht.
    Ich liebe meine Tochter und mit ihr ist mein größter Wunsch nach dem Tod unseres Ersten Kindes wahr geworden,aber immer glücklich und superstolz?Nö geht nicht.
    Ich glaube immer mehr,dass nicht unsere Kinder uns den Nerv rauben,sondern die Blicke und Erwartungen der Anderen

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  2. Hier bin ich! Ich bin die Mutter die nichts bereut, die kein stück mehr in ihr altes Leben will und unglaublich gerne Mutter und Hausfrau ist!
    Klar jammere ich auch mal, aber dann eher wen ich krank bin und keiner da ist um zu helfen. Es ist auch nicht einfach mit 40 grad fieber und schwachen kreislauf sich um zwei kinder zu kümmern.
    Aber bereuen? Ne, mein Leben fing erst an mit meinen Kind. Wer weiß ob ich überhaupt noch hier wäre wenn meine kinder nicht wären.
    Vermisse ich die Arbeit? Nein, nicht wirklich. Ich habe auch so viel zu tun, bin fast jeden tag unterwengs und wenn ich dann wirklich mal garnichts zu tun ist, freue ich mich nur zeit für mich zu haben.
    Ich verstehe zwar andere mütter die mal meckern müssen, jeder lebt halb anders, jeder hat seine geschichte. Aber es ist leider schade welche vorurteile man als hausfrau hat. Faul, harz4 assi usw ist das harmlose. Kaum wer kann sich vorstellen das man einfach gerne zuhause ist und sich ganz um die kinder kümmern möchte. Das man als hausfrau und mutti einfach sein perfektes leben gefunden hat. Und da kommen solche studien recht. In letzter zeit musste ich mehrfach erklären das ich wirklich glücklich bin und ich nichts bereue.
    Ob ich ewig zuhause bleibe, keine ahnung, aber im moment fühle ich mich wohl so wie alles ist. Aber bereuen würde ich es nie, denn die zeit mit meinen kindern ist ein geschenk!

    lg von einer nicht perfekten hausfrau, aber sehr glücklichen mutter ;-)

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    1. Das freut mich, dass du so glücklich und zufrieden bist mit deinem Weg. Rechtfertigen muss ich mich als Teilzeitkraft allersings auch. Entweder dafür, dass ich mein Kind so früh in die Krippe gegeben habe, oder dafür, dass ich gemäß dem traditionellen Rollenbild nur Teilzeit arbeite und mein Mann voll... Also wie man's macht...;)

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