Gastbeitrag: Babysachen kaufen - eine Kunst für sich

Samstag, 12. September 2015

Aaaaaausnahmsweise hat an dieser Stelle auch mal der Papa etwas zu sagen. In einem Gastbeitrag erinnert er sich an die Zeit, als ich schwanger war und wir irgendwie noch irre viel erledigen mussten...:

Und dann sagte die Ehefrau – damals, lange bevor das Baby kam  – "So." Jetzt müsste aber mal langsam etwas für die Kleine gekauft werden. In drei oder vier Monaten käme das Piepsi und der neu aufgebaute Schrank sei noch komplett leer. Da müssten mal ein paar Klamotten rein, damit das Kind zumindest eine Grundausstattung zur Verfügung hätte. Auweia. Damals hatte ich als baldiger Piepsi-Papa von Babysachen noch ungefähr soviel Ahnung wie von Atomphysik. Aber wenn Mutter Rabe zum Großeinkauf bläst, ist Protest meistens zwecklos. Also fuhr die werdende Kleinfamilie mit zwei Erwachsenen und dem Baby im Mamabauch in den Kinder-Großmarkt. Und war dort hilflos überfordert. Vor allem der Piepsi-Papa. 

Was soll ich sagen? Heute weiß ich so viele Dinge, die mir damals noch schleierhaft waren. Dass Babys zum Beispiel diese praktischen Bodys tragen können, die man unten zuknöpft (oder vor dem Bauch zusammenbindet) – naja, das hatte einem noch keiner gesagt. Dass die meisten Babys mit einer Kleidergröße 56 gut ausgerüstet sind und alles, was darunter liegt, schon bei Geburt zu klein sein dürfte. Oder dass alles, was mit vielen filigranen Knöpfchen und Schleifchen ausgestattet ist, für Babys grundsätzlich ungeeignet ist, weil ein Baby das Anziehen total dämlich findet und das große Strampeln und Abwehren anfängt.

Von diesem Riesenberg an Kleidung, Decken und sonstigen Tools in verschiedensten Ausführungen und Größen komplett überfordert, waren es bald zwei runde schwarze Knopfäuglein, die den Papa beruhigend anguckten. Mitten im Stofftier-Regal, zwischen hässlichen rosa Knautschbällen mit psychedelisch-großen Kulleraugen, hockte ein kleiner, hellbrauner Bär der Marke „Guter alter Klassik-Teddy“ und lächelte den Piepsi-Papa beruhigend an. So ein toller Teddy – na, der musste mit, das war klar! Und so fuhr die Kleinfamilie alsbald wieder nach Hause. Mit nichts als einem Teddy in der Einkaufstüte. Die Ehefrau war halb amüsiert und halb grummelig, gab aber später zu, von den vielen Einkaufsmöglichkeiten auch erstmal eingeschüchtert gewesen zu sein.

Was wir damals auch nicht wussten: Ein Baby kann mit einem Teddybären ungefähr soviel anfangen wie mit… öhmm…. Atomphysik. Aber gelohnt hat sich das trotzdem. Denn heute hat der kleine Teddy einen Namen – Bruno – und wird vom zwanzig Monate alten Piepsi stets gerne ins zweigeschossige Puppenbettchen gelegt und liebevoll zugedeckt. Vorher bekommt Bruno noch eine Postkarte mit dem Sandmann drauf gezeigt, weil man ja vor dem Schlafengehen den Sandmann angucken muss, das ist Familienritual (mittlerweile). Und wenn Mutter Rabe und der Piepsi-Papa so auf Bruno gucken, erinnert sie das immer an diesen ersten missglückten Großeinkauf, der keiner war.
Ach so, und Kleidung hatten wir bald übrigens auch genug. Kurz nachdem wir Teddy Bruno gekauft hatten, rief eine ehemalige Kollegin an: Ob wir nicht Babykleidung gebrauchen könnten, sie würde säckeweise Sachen verkaufen. Mit einer dicken dicken Tüte für unter 50 Euro im Arm war der Kleiderschrank gefüllt, die Mama Rabe zufrieden – und die angehenden Eltern hatten eine erste Ahnung, was man so gebrauchen kann. Und was nicht. 

  

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