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Ich habe fertig

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Diese Woche wird meine kleine Tochter zwei Jahre alt. In den vergangenen Jahren habe ich viel über schlaflose Nächte, ein untröstbares Baby, über den ersten Brei, die Krippeneingewöhnung und den Wiedereinstieg ins Berufsleben geschrieben. Und erst vor wenigen Tagen habe ich eine lange und sehr freundliche Email erhalten. Eine Leserin schrieb mir, wie gerne sie meinen Blog lese und fragte, wie ich das denn alles hinbekomme: Job, Kind, Beziehung - und Blog. Die Sache ist nur: Ich bekomme es nicht hin. Ehrlich nicht. Ich sehe diese anderen Blogger, die regelmäßig schreiben und auf sämtlichen sozialen Netzwerken präsent sind. Die auf anderen Blogs kommentieren und bei Twitter diskutieren. Ich schaffe es kaum, auf Kommentare zu reagieren. Und auch die nette Email habe ich noch nicht beantwortet. Werde es aber gleich tun. Dann ist aber auch gut. Dieser Blog wird geschlossen.
Ich hatte bereits vor einem Jahr darüber nachgedacht, "dicht" zu machen. Weil es mir hier langsam zu persö…

Wie wir die U7 überlebten

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Vor wenigen Tagen waren wir bei der Vorsorgeuntersuchung, der U7. Ich war davor etwas nervös. Aber wieso eigentlich? Die ganzen Impfungen hatten wir bereits durch, es ging also nur noch um einen allgemeinen Check, ob meine kleine Tochter soweit gut entwickelt ist. Ein bisschen sprechen, ein bisschen laufen, wiegen, messen und so weiter. Was würde der Arzt schon schlimmstenfalls sagen? "Liebe Mutter Rabe, es tut mir leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Piepsi die U7 nicht bestanden hat und das zweite Lebensjahr wiederholen muss."
Wohl kaum. Aber so eine U7 ist ja nicht nur ein Check für mein Kind, sondern auch für mich. "Himmel, Ihr Kind ist ja völlig übergewichtig, was geben sie ihm denn zu essen? Bewegen Sie sich eigentlich gar nicht damit?" "Oh, Ihr Kind ist ja völlig überdreht, ich erkenne da eindeutig Anzeichen von Hyperaktivität, aber keine Sorge, wenn wir rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, bekommen wir das hin." Oder: "Ist Ihnen denn nie aufgef…

Erwachsen werden

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In knapp einem Monat wird meine kleine Tochter zwei Jahre alt. In knapp einem Jahr werde ich 34 Jahre alt. Das ist verflucht alt, wenn ich so darüber nachdenke. Will ich aber gar nicht. Denn ich fühle mich immer noch so wie mit 17, 18, 19, als ich jede freie Minute in einem kleinen alternativen Kino verbrachte, in dem wir selbst die Filme auswählten, vorführten, besprachen und nebenbei noch eine kleine Bar (mit Kicker!) betrieben. Ich höre, ehrlich gesagt, auch noch fast die gleiche Musik wie damals. Okay, Pantera habe ich aussortiert. Aber sonst? Ich habe mich als Jugendliche manchmal gefragt, warum meine Eltern eigentlich so alte Musik hören und gar nicht das, was so im Radio lief und was ich mir so auf MTV ansah. Aber jetzt gehe ich selbst zu Tocotronic-Konzerten und proste einem ergrauten Dirk von Lotzow zu. Denn irgendwie bezweifle ich doch, dass mir ein Sänger Anfang 20 wirklich was übers Leben zu sagen hat. Vielleicht ändere ich aber auch noch einmal meine Meinung, wenn Piepsi…

Die Muttis und der Sex

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Jawohl, es ist soweit: Ich blogge über Sex. Es ist nämlich so, dass ich wohl noch nie so viel über Sex geredet habe wie momentan. Okay, da war mal so eine Phase in der Pubertät, als man mit den engsten Freundinnen jede Hautfalte ausdiskutierte. Aber das immer nur mit den allerallerbesten Freundinnen und zudem auch sehr wohlwollend. Heute sieht die Sache so aus: Da sieht man beim Kinderturnen oder auf dem Spielplatz ein Paar, dessen Nachnamen man nicht mal kennt, und dann ist da er, so der Mann-Typ ewig gut gelaunter Bär, der die Hände in die Hüften stemmt und mir verkündet: "Ja, wir arbeiten derzeit ja am Zweiten." Und nebenher ein Sandförmchen füllt. Arbeiten. So nennt ihr das also. Ebenfalls oft gehört: "Wir gehen jetzt in die Produktionsphase." Und ich kleine Drecksau kann dann einfach nicht anders, als mir diese Produktionsphase kurz vorzustellen. Kopfkino: an. Hilfe, das will ich doch gar nicht sehen! Falscher Film, falscher Film!
Tatsächlich ist es doch so: …

Braucht eine Zweijährige einen Adventskalender?

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Letztens stand ich im Supermarkt vor der Vor-Vorweihnachtszeitabteilung und habe mich gefragt: Braucht meine kleine, 22 Monate alte Tochter eigentlich in diesem Jahr schon einen Adventskalender?
Nun, "brauchen" tut in diesem Sinne ja niemand einen Kalender. Aber wollen! Aber was ist mit so einem kleinen Kind? Will es einen Adventskalender, wo es gar nicht weiß, was genau das ist?
Piepsi ist tatsächlich in diesem vielleicht etwas undankbaren Alter, in dem man viele Dinge mit einem "dafür ist sie noch zu klein" oder einem "das versteht sie doch noch gar nicht" abtut. Zum Beispiel wird es zu ihrem zweiten Geburtstag keine Riesenfete mit zig Freunden und Spielen oder sonstigem Kram geben. Ein Kuchen in der Krippe, Opa kommt zu Besuch, dann noch eine Freundin mit ihren beiden Kindern. Aus. Würde eine Riesenfete mit zig Freunden und Spielen und sonstigem Kram schaden? Nein. Aber mir erspare ich mit der Opa-und-Kuchen-Variante ne Menge Stress. Und Piepsi hat tr…

Peinlichkeiten, die eine Mutter ertragen muss

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Letztens war ich mit einem kinderlosen Paar abends zum Essen verabredet, und wir sprachen so über dieses und jenes und natürlich auch über Piepsi. Ich sagte so das Übliche, nämlich wie großartig meine kleine Tochter ist - und wie anstrengend. Und fragt mich nicht, in welchem Zusammenhang ich es tat, jedenfalls erwähnte ich auch, dass es mich manchmal wirklich nervt, dass meine kleine Tochter mich sogar aufs Klo begleitet. Woraufhin der männliche Paar-Part den Kopf schüttelte und sagte: "Nein, also da hört es doch echt auf." Und zu seiner Partnerin: "Wenn es mal bei uns soweit ist, dann kann ich dir jetzt schon sagen, dass ich garantiert nicht mein Kind mit auf die Toilette nehme."
Alle Muttis und Vatis unter uns werden an dieser Stelle milde lächeln und sich an die Zeit VOR dem Kind erinnern. Damals, als man sich so ausmalte, was man später einmal ganz bestimmt nicht und ganz bestimmt anders machen wollte. Ich zuckte schließlich mit den Schultern und meinte: "…

Ich bin dann mal krank

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An diesem Montag mein Arzt so zu mir: "Mutter Rabe, Sie haben einen grippalen Infekt. Ich schreibe Sie den Rest der Woche krank. Bitte legen Sie sich ins Bett und schonen Sie sich."
Und ich so: "Und was mach ich mit meiner kleinen Tochter?"
Und er so: "Zur Adoption freigeben?"
Ich so: "Da muss ich mich mal erkundigen."
Er so: "In welchem Alter ist sie noch einmal?"
Ich so: "Fast zwei Jahre alt."
Er so: "Na wunderbar. Dann kommt sie so langsam in das Alter, in dem sie versteht, dass Sie gerade etwas außer Gefecht gesetzt sind, so dass die Gelegenheit günstig ist, die Wohnung einmal so richtig auseinanderzunehmen."
Ihr seht: Ich sollte mir einen neuen Hausarzt suchen. Bekanntermaßen steht geschrieben, dass Eltern kein Recht haben, krank zu werden. Seit Piepsi die Krippe besucht und regelmäßig die Seuche nach Hause schleppt, lässt es sich aber nicht ganz vermeiden. Wobei ich diesmal richtig Glück hatte:

1. Piepsi ging…