Erstausstattung: Anfangs braucht ein Baby ja nicht so viel...



Eigentlich finde ich Michael Mittermeier eher es-geht-so-witzig. An manchen Stellen laut gelacht habe ich allerdings, als ich „Achtung Baby!“ las. Natürlich in der Schwangerschaft. Besonders gelungen finde ich die Passage, in der der Michel ins Babyfachgeschäft geht, um alles Nötige für den Nachwuchs anzuschaffen. An dieser Stelle muss ich die Babyfachverkäuferin zitieren, die auflistet, was denn für einen Mittermeier-Zwerg so alles nötig ist:
„Tja, da bauchen Sie natürlich Umstandsmoden, einen Babybuchratgeber, Erstlingsmütze, Rassel, Babydecke, Strampler, Krabbeldecke, Wickelbody, Wickelkommode, Windeln, Unterziehjäckchen, Erstlingssöckchen, Spucktücher, Kinderbettchen, Schlafsack, Seitenlagerungskissen, Wiege, Frotteehöschen, Babybjörn, Bagaboo, Ausfahrsgarnitur, Wippe, Babyspieluhr, Milchpumpe, Milchflasche, Schnullerkette, Flaschen- und Saugerbürste, Flaschenwärmer, Beruhigungssauger, Lätzchen, Tommy Tub oder rutschfeste Badewanneneinlage, Wickelauflage, Milchpulvertrichter, Kuscheltier, Schaukel, Sterilisator, Thermosflasche, Still-BHs, Stilleinlagen, zweites Lätzchen, Feuchttücher, Fieberthermometer, Windeltwister, Kapuzenbadetücher, Töpfchen, Bademantel, Mullwaschlappen, Po-Creme, Kindernagelschere, Schmusetuch und Mutterpass!“
Als ich meinem Mann diese Passage vorlas, hat er sehr lange und sehr herzhaft gelacht und den Kopf geschüttelt. Bis ich dann sagte: „Also ehrlich gesagt. Das meiste davon steht auch auf meiner Liste.“ Den Blick meines Mannes hatte ich zuvor nur bei der Frauenarztszene in „Mad Men“ gesehen, als sie sich auf den gynäkologischen Stuhl setzt und der Arzt ein Spekulum einführt. Mein Mann so: „Unglaublich, was man damals mit den Frauen so gemacht hat.“ Und ich so: „Ähm. Also eigentlich macht man das heute noch genauso.“ An dieser Stelle ein großes Dankeschön an meinen Mann dafür, dass ich ihn in diesem Blog so bloßstellen darf, auch wenn er jetzt behauptet, er habe damals diesen doch sehr unschön aussehenden metallenen Stuhl gemeint..
Wie dem auch sei, auch wir haben allen möglichen Kram für unser Baby angeschafft, nicht alles davon wäre nötig gewesen. Wobei ich stolz auf mich bin, zu einigem von Anfang an „NEIN!“ gesagt zu haben. Zum Beispiel zum Windeltwister, einer Art Superwindeleimer, in dem die kleinen Stinkbomben vakuumverpackt werden und unten als frische Blumenerde wieder herauskommen. Naja, so ähnlich. Dafür mutierte zumindest in den ersten drei Monaten das Beistellbett zu einem zweiten Nachttisch (Baby schlief bei mir). Zudem frage ich mich, ob es wirklich nötig ist, in einem Vaporisator täglich Schnullis keimfrei zu dampfen, wenn die Maus sich ständig ihre Pfoten in den Mund steckt, die ich ganz sicher nicht abkochen werde. Und auch nach dem Sinn eines Babyphons in einer Dreizimmerwohnung darf man durchaus fragen. Wenigstens haben wir das Glück, dass uns Freunde und Kollegen ganz viel geliehen und wir den Rest günstig gebraucht gekauft haben. So blieb mir noch genug Geld, um sie für noch mehr niedliche Fair-Trade-Strampler auszugeben. Ob die alle so nötig gewesen wäre, das sei einmal dahingestellt.

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