Lektüre für Rabenmütter



Achtung, jetzt kommt die volle Kulturbreitseite: Mir war klar, dass ich als Mutter nicht mehr allzu sehr zum Lesen kommen würde. Daher habe ich in meiner Schwangerschaft noch gelesen, was das Zeug hielt. Murakamis „Kafka am Strand“, „Sand“ von Wolfgang Herrndorf (viel zu früh verstorben!!!!), „Roman eines Schicksallosen“ von Imre Kertesz. Bücher, die ich unbedingt noch abgehakt haben wollte. Da die Maus zwei Wochen zu früh kam, habe ich „Orlando“ nicht mehr beendet, stattdessen zu Weihnachten ein ganz wunderbares Buch von meinem Mann geschenkt bekommen (gut, hatte ich mir auch gewünscht…): „Rabenliebe“ von Peter Wawerzinek. Und da in den ersten Wochen die Maus zwar viel schrie, aber eben auch noch viel schlief, bin ich tatsächlich etwas zum Lesen gekommen. Es ist vielleicht das absolut unmöglichste Buch, das man kurz nach der Geburt seines Kindes lesen sollte. Immerhin geht es in der Geschichte um den Autor, der von seiner Mutter als Waise in der DDR zurückgelassen wurde und der in einem Heim, später bei verhassten Adoptiveltern aufwächst. Es ist wunderbar geschrieben und von einer feinen Melancholie durchzogen. Da ich nun eh in einer kleinen postnatalen Verstimmung steckte, könnte man meinen: saublöde Idee, so was jetzt zu lesen. War es aber nicht. Das Buch hat mir geholfen, ich liebe, liebe, liebe es. Noch dazu schneit es auf 428 Seiten ständig, also unbedingt im Winter lesen! Jedenfalls hat „Rabenliebe“ die Mutter Rabe sehr geprägt – wobei Rabenmütter gar keine schlechten Muttis sind. Sie sind sehr wohl fürsorglich und haben ihre Brut immer im Blick. Sagt Wikipedia. Dann muss es ja stimmen.
Damit mich an dieser Stelle niemand mit einer gebildeten Person verwechselt: Ich habe in meiner Schwangerschaft auch „Schön macht’s nicht, aber glücklich“ von Leonie Jakobs gelesen. So ein bisschen „Chick Lit“ muss schon mal sein, und dafür fand ich das Buch erstaunlich gut. Ich war tatsächlich mehrfach richtig amüsiert, und wer in seiner Schwangerschaft jenseits von Ratgebern noch etwas Unterhaltsames lesen will, dem würde ich diesen Roman sogar mit gutem Gewissen empfehlen.  Alles besser als „Das Mami Buch“ von Katja Kessler. Das wird man doch an dieser Stelle mal sagen dürfen… Aber das ist eine andere Geschichte.

Kommentare

  1. Hallo!
    Ich habe dich für den Liebster-Award nominiert und würde mich freuen, wenn du mitmachst.
    Schöne Ostertage und alles Liebe, SaKo

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    1. Oh, das freut mich, dass dir mein Blog gefällt! In Sachen Liebster-Award ist dir aber schon jemand zuvor gekommen...siehe heutiger Post!

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