Die Krippe



Noch zwei Monate, dann kommt Piepsi in die Krippe. Ich stelle mir diese Zeit so vor: Ich beim Sport, ich beim Frisör, ich bei Milchkaffee im Café, ich mit einem Glaserl Sekt in der Badewanne. Ich. Schlafend. Und so wird's wahrscheinlich laufen: Ich. Schniefend mit Taschentuch auf der Bank vor der Krippe.
Wir waren bereits vor ein paar Wochen in der Krippe. Schnupperstunde für Piepsi. Zielsicher hat sie sich den Eingewöhnungs-Schnuffelhasen in den Mund gesteckt. Und ich erwischte mich bei dem Gedanken daran, wie viele andere Kinder diesen Hasen wohl schon abgeschlotzt haben und wie oft er wohl gewaschen wird. Ich. Amateur- und Helikopter-Mutti.
Piepsi muss in die Krippe. Und ich muss arbeiten. Das Ende der Elternzeit bedeutet die Rückkehr zu einem Alltag und einem Stück Normalität, den Abschied von einem Ausnahmezustand. So sehr ich mein Baby auch liebe - ich freue mich, bald wieder zu arbeiten. Ich freue mich auch darauf, bald wieder ein paar Stunden am Tag ohne Piepsi und ohne die totale Fremdbestimmung zu sein. Und doch und doch und doch: Piepsi so ganz ohne mich? Seit ihrer Geburt leben wir in ständiger Symbiose. Es ist ein seltsames Gefühl für mich, künftig nicht mehr 24 Stunden am Tag zu wissen, was mein Baby treibt. Ob es fröhlich ist oder weint und auf den Arm will. Dabei ist es das Natürlichste von der Welt: Meine kleine Tochter entwickelt ein Eigenleben. Pfui. Aber es muss sein. Für sie. Für mich. Für unsere Haushaltskasse natürlich auch. Für meine Altersvorsorge. Für die Sozialkontakte unseres Einzelkindes. Für mein strapaziertes Nervengerüst.
Piepsi wird nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell an das Krippenleben herangeführt. Standard, möchte ich meinen. Ich soll ihr ein Fotoalbum mit Bildern von uns und ihren Lieblingssachen mitgeben. Und ihr Lieblingsstofftier. Zwei Wochen dauert die Eingewöhnung. Keine Ahnung, ob Piepsi wirklich diese zwei Wochen brauchen wird. Aber ich. Ich werde es.  

Kommentare

  1. Ja, der liebe Abschied ins groß werden. Bei meiner Tochter habe ich mich auch schwer getan, obwohl sie nach ein paar tagen ein gewohnt war. Bei meinen Sohn war ich sicher es wird leichter, da er auch nie wirklich die Sicherheit brauchte das wir bei ihn sind und ich mich nach Zeit für mich sehnte. Ja und er brauchte 3 Monateund hat alles an kranKrankheiten mitgenommen was ging.
    Aber bei jeden ist es anders und ich wünsche euch eine wundervolle Eingewöhnung! ;-)

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