Ungewöhnliches bei der Eingewöhnung

Kuchen. Selbst gebacken. Besser geht's nicht.


Seit Piepsi auf der Welt ist, vermisst ein Teil von mir mein altes Leben. Seit Piepsi auf der Welt ist, freue ich mich auf diesen Moment: Dass sie zur Krippe geht und ich wieder ein bisschen Zeit für mich habe. Nun ist es soweit. Aber so richtig toll fühlt es sich (noch?) nicht an. Denn ich bin einfach nicht mehr in meinem alten Leben.
Die Eingewöhnung verläuft nach dem Berliner Modell, geht also über zwei Wochen mit anfangs nur kurzen Trennungsphasen, die täglich aufgestockt werden. Wir haben Glück: Piepsis Bezugsperson mag ich sehr gerne, eine etwas ältere und sehr erfahrene Erzieherin mit einer angenehm großmütterlich-gelassenen Ausstrahlung. Für das kleinste Krippenkind die älteste Mitarbeiterin. Finde ich gut. Auch sonst ist es bislang gut gelaufen. Piepsi ist neugierig, hat Spaß am Spiel mit den älteren Kindern, den Erzieherinnen und Erziehern (jaja, da gibt es auch einen Mann!). Und ich, ja ich werde mich vielleicht auch einmal daran gewöhnen, dass mein kleines Mädchen jetzt auch ein paar Stunden am Tag ohne mich verbringt. Stunden, die ich bald wieder im Büro verbringen werde, momentan aber ganz für mich genießen könnte. Wenn ich nicht ständig an Piepsi denken würde. "Aber das lernst du auch noch", hat mir die Erzieherin gesagt.
Ein paar Dinge finde ich dann doch etwas befremdlich an diesem Krippen-Ding. Wobei ich nicht denke, dass das speziell an unserer Krippe liegt. Die ist nämlich bereits von unserem Freundeskreis erprobt und macht wirklich einen netten Eindruck. Aber.
Da ist erst einmal dieses Krippeninfoblatt. Mit der Ansage, dass ein krankes Kind binnen 30 Minuten abzuholen ist. Wer in der Lage ist, auf der Arbeit alles auf einen Schlag stehen und liegen zu lassen, ins Auto zu hasten und binnen weniger Minuten in die Krippe zu düsen, der hebe die Hand. Stelle ich mir so vor: Die Herzchirurgin fummelt mit blutverschmierten Händen in einem Körper rum, dann Anruf der Krippe, sie so: "Sorry, Leute. Ich muss los." Und weg.
Weiter im Infoblatt: "In der Krippe wird jeder Geburtstag gefeiert. Von den Eltern ist ein Kuchen mitzubringen." Aha. Was darf's denn sein? Irgendwelche speziellen Vorlieben? Und was, wenn bei uns aus irgendwelchen Gründen Geburtstage nicht gefeiert werden? Oder die Amateurmutti nur ganz grausam backen kann? Naja, eine Backmischung dürfte ich auch noch hinbekommen... Allerdings würde mir das Backen mehr Spaß machen, wenn es freiwillig geschähe.
Dann der Info-Fragebogen der Krippe: Wer hat sich bitte diese Fragen einfallen lassen? "Wie verlief die Schwangerschaft?", kann ich vielleicht noch halbwegs nachvollziehen, aber "War die Schwangerschaft geplant?", geht nun mal gar nicht. Bei Twitter wurde mir vorgeschlagen, doch bitte zu schreiben: "Nee, ist im Suff passiert." Aber im Ernst: Was macht es denn für einen Unterschied, ob ein Kind nach jahrelanger Kinderwunschbehandlung, bei einem One-Night-Stand oder schlimmstenfalls sogar bei einer Vergewaltigung gezeugt wurde? Sollten die Erzieher nicht einfach die Kinder so annehmen, wie sie eben sind? Ich habe jedenfalls Piepsis Betreuerin gesagt, dass ich die Frage unmöglich finde. Sie hat mir zugestimmt. Und bei der nächstbesten Gelegenheit werde ich das ihrer Chefin auch noch einmal sagen.
Bis dahin genießt Piepsi aber erst einmal das Spiel mit den anderen Kindern im kleinen Gruppenbällebad. Und dabei ist es ganz egal, ob sie geplant waren oder nicht. Willkommen sind sie auf jeden Fall.  

Kommentare

  1. Hahaha, Sorry Leute, ich muss los! 30 min Abholzeit würde ich allein weges des Arbeitsweges nicht schaffen und dann muss man ja auch noch die Kollegen aufklären, warum man geht und vllt. Arbeit übergeben. Ich denke, sie wollen sich nur absichern, dass sich die Eltern auch beeilen und somit künstlichen Druck erzeugen (den man doch sowieso schon hat, wenn man von seinem kranken Kind hört).

    Geburtstag feiern finde ich eigentlich schön - auch mit Zwangskuchen. So essen die Kinder bei uns immer Kuchen zum Frühstück und die Erzieher können sich darauf verlassen, dass der auch mitgebracht wird.

    Wird schon. Wünsche euch eine schöne Kita-Zeit, egal wie das Kind entstand (hahahahaha).

    LG
    Sarah

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  2. Tiefkühlkuchen! Auftauen und Smarties drauf :) Gut ist.

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  3. Keine Sorge, die setzen das kranke Kind schon nicht auf die Straße nach 30 Minuten. Aber es ist leider so, daß manche Eltern ihre Kinder schon krank in die Kita bringen, und das ist dem Kind, den anderen Kindern und den Erziehern gegenüber einfach nur ar***ig. Deswegen haben die strenge Regeln, die aber meistens nicht eisern eingefordert werden.

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