Was ich vor der Geburt gerne gewusst hätte

Hat im Kreißsaal nichts zu suchen: Teddy Claus-Dieter.
In den vergangenen Monaten hatten einige Freunde Redebedarf. Redebedarf, "Ich muss dir was sagen" sowie "Also, die Sache ist so..." bedeutete eigentlich immer eins: schwanger! Und da ich irgendwie als eine der Ersten im Freundeskreis geworfen habe, werde ich Amateurmutti plötzlich als Profimutti abgestempelt und um Rat gefragt. Haha! Als ob ich 'ne Ahnung hätte, wie dieses Babyding geht! Aber tatsächlich ist es so: Es gibt da ein paar Dinge, die mir vor der Geburt unserer Tochter nicht klar waren. Ich habe zwar ziemlich viel gegoogelt und gelesen in der Schwangerschaft, aber dabei ging es im Grunde vor allem um eins: um den B-Day. Den Birthday. Die Geburt, vor der ich ziemlichen Respekt hatte. Ach was, Respekt! Ich hatte Schiss! Und habe daher ziemlich viele Geburtsberichte und Artikel über mögliche Komplikationen gelesen. Baby bleibt stecken, unzureichende Sauerstoffsättigung, Unterzuckerung, usw. Mein Mann war zwar der Ansicht, dass es wenig förderlich sei, dass ich mich auf Seiten à la "Die 10 schlimmsten Geburten aller Zeiten" tummle, zumal im Internet doch eh hauptsächlich Leute schreiben, bei denen die Geburt vielleicht nicht so klasse lief, aber das konnte mich nicht davon abhalten. Und irgendwann während der Schwangerschaft kam dann tatsächlich auch der Punkt, an dem ich Paniktante von Hysterie auf arschcool umschaltete. Ich war entspannt. Und die Geburt? Am Ende gar nicht so schlimm. Nur auf das, was danach kam, war ich kaum vorbereitet. Irgendwie dachte ich, dass wenn das Baby erst einmal da ist, die Sache schon laufen würde. Aber ein paar Dinge hätte ich für die ersten Babytage doch ganz gerne gewusst. Und vielleicht hätte ich sie auch wissen können, wenn ich im Geburtsvorbereitungskurs nicht so viel gequatscht oder so viel Zeit auf dem Klo verbracht hätte. Man verbringt ja gefühlt die halbe Schwangerschaft auf dem Klo. Also Folgendes:
  • Wenn ein Baby auf die Welt kommt, kann es NICHTS. Gar nichts. Es sieht so gut wie nichts und es weiß mit seinen Fingern nichts anzufangen. Die kleine Plüschteddyrassel, die ich meinem frisch geborenen Baby feierlich als allererstes Spielzeug überreichen wollte, hätte ich also getrost zu Hause lassen können...
  • Nein, euer Baby hat keine Krämpfe oder epileptische Anfälle, das ist nur der Moro-Reflex. Davon hatte ich zwar in der Schwangerschaft mal gelesen, aber ich wusste nicht genau, wie ich mir das vorstellen sollte. Dabei kann man es sich im Internet ansehen. Das Baby zuckt ruckartig zusammen, wirft Arme und Beine kurz in die Luft, als würde es erschrecken. So ein bisschen wie dieses Gefühl, das man manchmal beim Einschlafen hat. Dieses "Ins-Leere-Treten". Ist komplett harmlos und vergeht nach etwa drei Monaten auch wieder. 
  • Euer Baby hat keinen an der Waffel - es hat einfach noch keine Kontrolle über die Pupillen. Wenn ein Neugeborenes schielt oder mal eben die Pupillen seltsam zur Seite rollen, dann ist auch das - völlig normal.
  • Neugeborene sind oft nicht hübsch. Okay, das wusste ich vorher, und Piepsi war wirklich von Anfang an sehr niedlich, wurde aber mit zunehmendem Alter noch niedlicher. Aber auch meine Tochter kam leicht bläulich und noch leicht zerknittert zur Welt und war dann ein, zwei Tage lang etwas gelblich. Neugeborenengelbsucht ist nicht selten und meistens kein Grund zur Panik, siehe hier. Und auch eine etwas eingedrückte Boxernase und die runzligen Händchen werden ganz bald schön propper und wohlgeformt. 
  • Babys machen nachts abartige Geräusche. Nicht nur das berühmte "Karcheln", sondern auch seltsame Zwitscher- und Krählaute. Manchmal klang es, als hätten wir einen halben Zoo in unserem Schlafzimmer, dann wieder wie eine Mischung aus Darth Vader und R2D2. Zudem schlief Piepsi manchmal mit offenen Augen. Auch irgendwie erschreckend. Und auch irgendwie normal.
Und schließlich noch der Abschlusstipp für alle Anfänger-Muttis: Für mich war das Wichtigste in den ersten völlig verrückten und anstrengenden Tagen nach der Geburt eine gute Hebamme! Was hätte ich nur ohne sie gemacht? Mit Schwangerschaft und Geburt verliert Frau ja auch erst einmal etwas Menschenwürde (allerdings auch die meisten Hemmungen...), insofern finde ich es wichtig, eine Hebamme zu haben, der man wirklich vertraut und vor der einem nichts peinlich ist. Meine Hebamme kann sich in diesem Jahr jedenfalls auf etwas gefasst machen. Nämlich auf ein ziemlich dickes Weihnachtsgeschenk. 

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