Vollzeit-Mutti: Ich nerve

Ich bin erst seit wenigen Tagen zurück im Beruf und stelle fest: Ein "So will ich niemals werden" ist einem "Hilfe, ich bin längst so geworden" gewichen. Ich bin das wandelnde Mutti-Klischee und kann auch im Büro nicht von meinem Leben als Vollzeit-Mutti lassen. Woran ich das festmache?

  • Ich erzähle (unaufgefordert) jedem Kollegen alles Mögliche über Piepsi. Ob er es hören will oder nicht. Dabei erinnere ich mich noch durchaus an die Zeit, in der mich zwar das Leben meiner Bekannten sehr, das ihrer Kinder jedoch absolut rein gar nicht interessiert hat. Ich sollte mir eine Strichliste anlegen. Nur dreimal am Tag Kollegen von Piepsi erzählen - und dann auch bitte nur Kollegen, die ebenfalls bereits geworfen haben und mit Pipi-Kacka-Zahn-Geschichten etwas anfangen können.
  • Ich zeige (unaufgefordert) allen möglichen Leuten Fotos von Piepsi. Ist das nicht entsetzlich? Wieso tue ich das nur?? Was erwarte ich denn bitte? Ein "Himmel, das ist ja das niedlichste Baby der Welt!"? Dass Piepsi das ist, das weiß ich doch auch so.
  • Darum bin ich gerade noch mal herumgekommen: Mutti als krankheitsbedingter Totalausfall. Aber das wird kommen, das ist sicher. Ich war gerade einmal drei Tage zurück auf der Arbeit, als Piepsi und Mann mit Magen-Darm-Infekt zu Hause im Bett lagen. "Irgendwie kriege ich das schon hin", beteuerte der Teuerste. Naja, sagen wir es mal so. Ich war an diesem Tag auf der Arbeit - und irgendwie ging dieser Tag auch tatsächlich rum. 
  • Ich sehe kacke aus. Naja, ein Kollege sagte: "Mann, du siehst aber fertig aus." Herzlichen Dank auch! Da waren nun mal zwei Nächte, in denen es nur drei Stunden Schlaf gegeben hat (besagter Magen-Darm-Infekt) und ich mir wirklich alle Mühe gegeben habe, mich wach zu schminken. Da ich leider nie gelernt habe, wie man sich richtig schminkt, muss ich wohl bald mal einen Kurs bei diesen Douglas-Frauen machen. Die haben's drauf mit dem Zuspachteln.
  • Ich habe ein schlechtes Gewissen und vermisse Piepsi. Sehr hilfreich war dann auch die Frage eines älteren Kollegens: "Bricht es dir nicht das Mutterherz, dass deine Kleine jetzt schon in die Krippe geht?" Eine unschuldige Frage, alles nicht böse gemeint. Dennoch: großes Aua.
So, Probleme erkannt, Probleme werden angegangen. Denn eins muss ich doch sagen: Es ist schön, wieder zu arbeiten. Und erstaunlich, wie schnell so ein Tag im Büro vorüber geht. Im Vergleich zu einem Tag mit angeschlagenem Töchterchen. 

Kommentare

  1. Du sprichst mir aus der Seele. Mir geht es nämlich ganz genauso. Nur bei der Magen-Darm-Grippe kann ich nicht mithalten. Zum Glück... Aber sich ich genieße die Arbeit in vollen Zügen. Und den Mamajob danach auch.

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  2. Du sprichst mir aus der Seele. Mir geht es nämlich ganz genauso. Nur bei der Magen-Darm-Grippe kann ich nicht mithalten. Zum Glück... Aber sich ich genieße die Arbeit in vollen Zügen. Und den Mamajob danach auch.

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  3. Hihi, danke für den Artikel! Ich wollte, nie so nervig werden, wurde dann doch so, hab aber hoffentlich nochmal die Kurve gekratzt. Deine Worte erinnern mich wieder daran auf der Spur zu bleiben ;)

    Ach ja, das Wichtigste sind ein guter Concealer für die dunklen Augenringe sowie Wimpernzange und -tusche um die Augen zu öffnen. Das wirkt wirklich Wunder!! Meinem Mann würde ich so geschminkt aber nicht unter die Augen treten, der denkt sonst immer, dass ich übertreibe, was die schlechten Nächte betrifft... ;)

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  4. Ha, ha! Concealer ja. sehr wichtig. Ganz leichts Makeup auch :) Hab schon ein paar Pickel bekommen, weil ich so viel schminken musste und meine Haut das gar nicht gewöhnt war. Aber so wie ich morgens manchmal aussehe, ... :) Wichtig auch: Nochmal nachgucken, ob da nicht noch Kinderrotze auf dem Pullover klebt. Aber dann: Im Auto eine schöne CD einlegen, Erwachsenenmusik hören, das Gefühl genießen, dass da grad kein Kind hinten auf der Rückbank sitzt und sich möglicherweise gerade in den Kindersitz erbricht ;)
    Und dann das Beste, in der Arbeit ankommen und ganz langsam einen Cafe trinken, ohne dass irgendwer an einem zieht und etwas haben will.
    Danke für den Text!
    Liebe Grüße vn Ane
    http://mamaleoni.blogspot.de/

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  5. Oh ja, da ist was dran. Diese Mischung aus Glückseligkeit über diese Ruhe im Büro, alleine auf die Toilette gehen und einfach mal was abarbeiten, und dann die Gedanken, die immer wieder nach Hause wandern. Wünsche dir viel Spaß beim Arbeiten und geschminkt werden. Laura

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