Das Grauen hat einen Namen: Karneval


Mit Karneval ist es doch so: entweder hasst man ihn - oder man liebt ihn. Meine Cousine (von der ich weiß, dass sie mitliest) liebt ihn. Nein, sie ist sogar fast besessen davon. Einmal bin ich bei ihr im Hochsommer im Auto mitgefahren und musste mir selbst dann Karnevalslieder anhören. Sogar ihre Hochzeit hat sie komplett karnevalisiert. Liegt wohl daran, dass sie längere Zeit in Köln gewohnt hat und auch jetzt noch in der Nähe lebt.  Bei mir, und der aufmerksame Leser mag es vielleicht schon aus den ersten Zeilen herausgelesen haben, ist es so: Ich HASSE Karneval. Und das aus mehreren Gründen. Zum einen finde ich Karneval etwas gruselig. In meiner Heimat, die man grob irgendwo zwischen Schweiz und Schwarzwald ansiedeln kann, spielt zur "Fasenacht" eine Guggemusik furchtbar schräg und furchtbar laut, dazu tragen die Gruppen hölzerne Hexenmasken, regelrechte Fratzen, Winter vertreiben und so. Und bei der Bauernfasnacht wird es allen Ernstes als lustig angesehen, sich beim Umzug einzelne Zuschauer herauszupicken und in diese Maschinen zu stecken, die dazu gedacht sind, Tannenbäume einzupacken, also in ein Netz zu sperren. Ha, ha, ha.
Zum anderen finde ich den Karnevalshumor (speziell den der im Fernsehen übertragenen Sitzungen) abgrundtief unlustig in all seiner Spießigkeit. Und zum Dritten wäre da noch diese Sache mit der Stimmung auf Knopfdruck. Aber als Kind...
... als Kind fand ich Karneval ziemlich toll! Ich glaube, ich habe mich vier Jahre in Folge als Musketier verkleidet, weil Musketiere einfach unheimlich cool waren! Allerdings habe ich das Gefühl, dass sich in diesem Jahr die Musketiere deutlich in der Unterzahl befinden werden. Es dominiert nämlich eindeutig ein Kostüm, und das ist blau und glitzerig und furchtbar kitschig: Bereits drei kleine Mädchen haben mir stolz ihr "Eiskönigin"-Kostüm aus Disneys kleinem Horroladen präsentiert, eine Freundin hat sich in ihrer Elternkolumne sogar darüber ausgelassen.
Ein Glück, dass Piepsi noch nicht so weit ist! In der Krippe wird zwar Karneval gefeiert, was es damit aber auf sich hat, kapiert meine kleine Tochter ja noch nicht. Da ich absolut gar nicht nähen kann und auch sonst nicht so der DIY-Kreativ-Typ bin, habe ich mir bei einer Freundin einen Marienkäfer-Umhang ausgeliehen. Dazu noch drei Pünktchen ins Gesicht, das sollte es doch tun. Damit bin ich erstmal aus dem Schneider. Zumindest für dieses Jahr.

Kommentare

  1. Wie wahr! Ich bin auch ein absoluter Karnevals (hier Fasching!)muffel. Dieses "Lustig auf Knopfdruck" geht mir einfach auf den Senkel, genauso wie die größtenteils grauenvolle Musik! Nur das Verkleiden fand ich schon als Kind super, da konnte ich früher gar nicht genug davon bekommen. Aber mittlerweile geht das alles sang- und klanglos (na gut, bis auf Unmengen an Faschingskrapfen, die lieeeebe ich) an mir vorüber- wahrscheinlich bis dann unsere Tochter da bzw. alt genug ist und mich damit terrorisiert ;)
    LG

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