Spielplatz für Anfänger

Nach 15 Monaten Mamadasein hatte ich ja eigentlich gedacht, so langsam in die Profiliga aufzusteigen. Doch weit gefehlt. Der erste Spielplatzbesuch hat mir noch einmal klar gemacht, was ich bin: eine Amateurmutti.
Vor einem Jahr hatte ich hier noch ein ziemlich hilfloses Baby, jetzt habe ich hier ein ziemlich aktives Kleinkind, und sogar in Niedersachsen wird es so langsam Frühling - Spielplatzsaison! Also nichts wie raus mit Piepsi. Was habe ich mir nur dabei gedacht?
Ein Spielplatzbesuch mit meinem Kind, das hatte ich mir so vorgestellt: Ich packe mein Kind ein und gehe auf den Spielplatz. Haha. Hahahaha.
Dort angekommen, habe ich schnell festgestellt, was ich alles vergessen hatte. Denn während ich mit meinem Handtäschen (Handy, Ersatzwindel, Schlüsselbund) aufkreuzte, legten die Profimuttis los: Leuchtend bunte Tupperdosen mit mundgerechten Apfelschnitzen, Dinkelkeksen, in Sternform ausgestochene Salatgurkenscheiben und halbierten Cocktailtomaten, Matschhose oder gleich Ganzkörper-Outdoor-Anzug, Eimerchen, Schäufelchen, Förmchen, großer Ball, kleiner Ball, Sieb, Seifenblasen, ein Fläschchen Fencheltee, ein Fläschchen Wasser (zum Hände abwaschen!), eine Decke zum Draufsitzen, eine Decke zum Reinkuscheln. Und ich war schon stolz darauf gewesen, meinem Kind eine Strumpfhose unter die Cordhose anzuziehen... Welche Schmach, als unser armes kleines Piepsi sich schließlich an Fremd-Förmchen zu schaffen machte und die anderen Eltern unsere Tochter gönnerhaft damit spielen ließen! Nein, das sollte uns nicht noch einmal passieren. "Ich fahr mal in den Babymarkt und besorge eine Spielplatz-Grundausstattung", sagte mein Mann.
Der Begriff "Grundausstattung" ist ein dehnbarer. Jedenfalls rückten wir beim nächsten Mal mit zwei Riesentaschen an, auf die sich auch prompt andere Kinder stürzten. "Ihr versorgt ja den ganzen Spielplatz", meinte eine andere Mutter zu uns und lachte. Mag sein. Aber ist doch wunderbar, wenn alle Kinder ihren Spaß haben. Für Piepsi hätte es 'ne Nummer kleiner sicher auch getan. Denn am liebsten sitzt meine Tochter eh auf der Schaukel. Und die war ja von Anfang an da.

Kommentare

  1. Ach Gott, dass kommt mir bekannt vor, aber ich hatte das Glück ne nichte zu haben mit der ich auch auf den Spielplatz war & daher etwas Grundwissen hatte. Trotz Vorbereitung & genug Spielzeug hat sich meine Tochter gern an die Sachen anderer vergriffen, waren ja schöner. & unser Sohn braucht nur nen auto. Also sind sie gut versorgt, nur die Taschentücher vergessen ich meist, irgendwas ist immer. CD
    LG Nicky

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  2. Oha, das kenne ich vom PEKiP! Was hatten die anderen Mamis immer tolle Spiel- und vor allem Esssachen dabei... spätestens nach einer halben Stunde begann die Picknick-Party. Nur ich wollte, dass unser Sohnemann zu Hause ißt. Das hatte auch Gründe...aber als er angefangen hat, eine andere Mami um die Banane anzubetteln, die er noch beim Frühstück daheim verschmäht hatte (http://kuestenkidsunterwegs.blogspot.de/2015/03/gestern-ging-noch-banane-die-sache-mit.html), habe ich fortan immer die ungeliebten Lebensmittel mitgenommen ;) Und, ätsch, dort wurden sie GEGESSEN!

    Liebe Grüße, Küstenmami

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    1. Toller Tipp! Ab sofort packe ich Salatgurke und Kohlrabi ein für die Spielplatzgänge. Tatsächlich hat meine Tochter ja auch keinen Hunger, aber wenn alle futtern, will sie halt auch....

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  3. Haha, das ist so schön! In ein paar Jahren sind sie mit Hausaufgaben, Freunden, Medien ...so beschäftigt, daß Du darum bettelst, sie geht mal mit Dir raus :) Wir haben den Sandkastenkram verschenkt und unsere Jungs auf Rollen gestellt (Inliner & Longboard) . Läuft. Sie gehen wieder mit uns raus . Yeah! Euch noch viele schöne Jahre auf Spielplätzen und allseits genug Äpfel in den Büchsen *gacker*
    LiebenGruß von Sandra

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  4. Haha, kommt mir bekannt vor. Das ist bei uns ganz schlimm beim Kindersport. Für 1 h, in der die Kinder turnen soll (!) werden Süßigkeiten ausgepackt, gesunde Sachen, Reiswaffel etc. Sie sollen Sport machen und nicht (fr)essen.
    Nee, also tonnenweise Zeug mitschleppen muss ich nicht.
    Gewöhn dich schon mal dran. ;)
    Liebe Grüße
    Sarah

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    1. Das ist tatsächlich das Problem. Meine Tochter käme wahrscheinlich gar nicht auf die Idee, irgendetwas knabbern zu wollen, wenn nicht ringsum die Knabbereien ausgepackt würden. Und dann ist man schon etwas unter Zugzwang;)

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